Home UniFiUniFi SuperLink in Home Assistant: Bewegungsmelder USL-Motion einbinden

UniFi SuperLink in Home Assistant: Bewegungsmelder USL-Motion einbinden

by dr
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UniFi SuperLink ist Ubiquitis Antwort auf die Frage, warum Funksensorik im Smart Home so oft an der Reichweite scheitert. In Teil 2 dieser Serie geht es genau darum: Wie du den Bewegungsmelder USL-Motion in UniFi Protect einrichtest, was er dort anzeigt – und vor allem, wie du ihn sauber in Home Assistant bekommst. Denn die Anbindung selbst hast du in Teil 1 der Serie schon gebaut. Jetzt kommt der Teil, an dem die meisten hängenbleiben: Die Sensoren tauchen in Home Assistant einfach nicht auf. Woran das liegt, klären wir hier – zusammen mit den Entitäten, die du bekommst, drei Automationen, die im Alltag wirklich etwas bringen, und einer ehrlichen Liste der Stolperfallen.

Was SuperLink von Zigbee und Co. unterscheidet

SuperLink – Ubiquiti kürzt es mit USL ab – ist eine eigene Funktechnik für die Sensorik rund um UniFi Protect. Das Herzstück ist der SuperLink Gateway. Er verbindet die Sensoren mit deiner Protect-Installation und schafft bis zu 96 SuperLink-Sensoren gleichzeitig. Zusätzlich nimmt er bis zu sieben ältere UP-Sense-Geräte per Bluetooth mit auf, wenn du aus der alten Generation noch etwas im Haus hast. Für ein Einfamilienhaus ist das reichlich Reserve, für ein Grundstück mit mehreren Gebäuden ebenfalls.

Der eigentliche Unterschied ist aber die Reichweite: Bis zu zwei Kilometer im freien Feld gibt Ubiquiti an. Das ist eine andere Liga als Zigbee oder Bluetooth, wo du dich mit Mesh-Routern und geschickt platzierten Zwischensteckdosen behilfst, um überhaupt bis in die Garage zu kommen. Wenn du bisher mit Zigbee2MQTT arbeitest, kennst du das Spiel: Der Sensor im Gartenhaus fällt ständig aus dem Netz, weil zwischen ihm und dem nächsten Router zwanzig Meter Garten und eine Betonwand liegen. Mit SuperLink erledigt sich dieses Problem in den meisten Fällen von selbst – Nebengebäude, Garage oder Gartenhaus sind ohne Zwischenstationen erreichbar.

Der USL-Motion selbst läuft mit einer CR123A-Lithiumzelle. Laut Hersteller hält die bei typischer Nutzung bis zu sechs Jahre. Er hat zwei PIR-Sensoren: einen horizontalen mit einer Erfassung bis etwa 1,5 Meter und einen vertikalen mit Haustier-Immunität und rund sechs Metern Reichweite. Die Kombination ist praktisch, weil du damit nicht bei jedem Katzengang das Licht im Flur anwirfst. In UniFi Protect integriert sich der Sensor nativ – Web-Oberfläche, iOS und Android, ohne Bastelei.

So weit die Sonnenseite. Die Kehrseite gehört genauso dazu: SuperLink ist ein geschlossenes Ökosystem. Ohne UniFi-Gateway läuft gar nichts, und Fremdgeräte kannst du dort nicht anmelden – anders als bei Zigbee, wo du Sensoren von einem Dutzend Hersteller mischen kannst. Die Sensorik läuft außerdem ausschließlich über Protect, nicht über die Netzwerk-Seite von UniFi. Wer sein UniFi-Netzwerk eingerichtet hat, aber Protect gar nicht nutzt, kann mit SuperLink nichts anfangen. Du kaufst dir Reichweite und Batterielaufzeit also mit Herstellerbindung. Ob das ein guter Tausch ist, hängt schlicht davon ab, wie tief du ohnehin schon in UniFi steckst.

Der Sensor in UniFi Protect

In der Protect-Oberfläche tauchen SuperLink-Geräte an zwei Stellen auf. Zum einen unter Devices, wo Protect zwischen den Gerätetypen Console, Camera, Sensor, Gateway und Remote unterscheidet – der USL-Motion steht dort als Sensor, der Gateway als eigenes Gerät. Zum anderen gibt es in der linken Seitenleiste einen eigenen Menüpunkt: den Sensor Manager. Und der ist die Anlaufstelle, wenn du wissen willst, wie es deinen Sensoren geht.

Sensor Manager in UniFi Protect mit dem USL-Motion-Bewegungsmelder
Der Sensor Manager zeigt Signalstärke, Batterie, letzte Bewegung und den Sabotagekontakt – hier mit anstehender Tamper-Meldung. (Konsolenname zensiert)

Der Sensor Manager listet pro Sensor eine ganze Reihe Spalten: Type und Name, den Status mit Signalstärke in dBm und Batteriezustand, das Model, unter Motion den Zeitpunkt der letzten Bewegung, den Tamper-Zustand und schließlich Connected to – also das Gateway, an dem der Sensor hängt. Links kannst du über Issue Detected gezielt nach Tamper filtern, dazu gibt es Zeitbereiche von 1D über 3D, 1W und 2W bis 1M sowie einen Graphen für den Verlauf. Für die Fehlersuche ist das erstaunlich brauchbar, weil du auf einen Blick siehst, ob ein Sensor schleichend schlechter wird.

In unserem Testaufbau meldete der USL-Motion eine Signalstärke von -47 dBm, volle Batterie und war mit dem USL Gateway verbunden. Angestanden hat gleichzeitig ein Tamper-Ereignis – der Sabotagekontakt hatte ausgelöst, was zum Beispiel passiert, wenn du den Sensor zum Ausrichten kurz vom Halter nimmst. Das ist kein Fehler, sondern das Feature: Der Sensor merkt, dass jemand an ihm herumhantiert. Quittieren lässt sich so eine Meldung in Protect über Clear Event. Merk dir das, denn genau dieses Tamper-Signal bauen wir gleich in eine Automation ein.

Voraussetzung: der richtige Verbindungsmodus

Jetzt kommt der Abschnitt, wegen dem die meisten diesen Artikel überhaupt lesen. Sensor-Entitäten in Home Assistant gibt es ausschließlich mit dem Vollzugriff-Modus – also mit lokalem Benutzer plus API-Schlüssel. Richtest du die Integration im Modus Nur API-Schlüssel ein, liefert sie dir Alarmmanager, Kameras und Leuchten. Punkt. Die Sensoren fehlen dann komplett, ohne Fehlermeldung, ohne Hinweis, ohne irgendetwas, das dir sagen würde, woran es liegt.

Das ist mit Abstand der häufigste Grund, warum SuperLink-Sensoren in Home Assistant nicht auftauchen. Und es ist deshalb so tückisch, weil die Integration ansonsten völlig normal funktioniert: Die Kameras streamen, der Alarmmanager reagiert, alles sieht gesund aus. Nur die Sensoren sind unsichtbar. Wer dann anfängt, am Gateway, am Sensor oder an der Funkverbindung zu suchen, sucht an der falschen Stelle.

Wie du den lokalen Benutzer anlegst und die Integration im Vollzugriff einrichtest, steht Schritt für Schritt in Teil 1 der Serie. Wenn du die Anbindung bereits im API-Schlüssel-Modus laufen hast: Integration entfernen, nach Anleitung neu einrichten, fertig. Deine Automationen bleiben erhalten, sofern die Entity-IDs gleich bleiben – prüfe das aber lieber vorher, als hinterher zu rätseln, warum nichts mehr schaltet. Falls deine Home-Assistant-Installation noch ganz frisch ist, findest du die Grundlagen dazu in unserem Guide zum Home Assistant einrichten.

Diese Entitäten legt Home Assistant an

Home Assistant erzeugt Entitäten nur für Funktionen, die das jeweilige Gerät tatsächlich meldet. UniFi Protect übermittelt die Fähigkeiten pro Sensor, und die Integration baut daraus die passenden Entitäten. Beim Bewegungsmelder sind das typischerweise:

  • Bewegung (binary_sensor) – der Kern. Damit schaltest du Licht, startest Aufnahmen oder triggerst Anwesenheitslogik.
  • Sabotagekontakt / Tamper (binary_sensor) – meldet, wenn jemand den Sensor abnimmt oder daran manipuliert. Prädestiniert für eine kritische Benachrichtigung.
  • Batteriestand (sensor, in Prozent) – Grundlage für eine gesammelte Warnung, bevor dir mitten in der Nacht ein Sensor stumm ausfällt.
  • Signalstärke (sensor, in dBm) – nützlich beim Ausrichten und um Verbindungsprobleme früh zu erkennen.
  • Zuletzt gesehen / Verfügbarkeit – als Diagnose-Entität. Perfekt für eine Überwachung, ob ein Sensor überhaupt noch lebt.

Setzt du zusätzlich Umgebungssensoren der Reihe ein (USL-Environmental), kommen dort noch Temperatur, Luftfeuchte, Helligkeit und Leckerkennung dazu. Gerade die Leckerkennung ist ein starkes Argument, wenn du ohnehin schon ein Gateway hast – ein Wassermelder im Heizungskeller kostet dich dann nur noch den Sensor.

Die UniFi-Protect-Integration in Home Assistant mit ihren Geräten
Läuft die Anbindung im Vollzugriff, taucht jedes Protect-Gerät als eigenes Gerät in Home Assistant auf. (Hub-Name zensiert)

Für die Darstellung lohnt es sich, Batterie und Signalstärke aller Sensoren auf eine eigene Karte zu legen, statt sie in der Geräteansicht versauern zu lassen. Wie du so etwas sauber aufbaust, zeigen wir im Beitrag zum Home-Assistant-Dashboard.

Sinnvolle Automationen

Drei Beispiele, die im Alltag tatsächlich etwas bringen. Die Entity-IDs sind Platzhalter – ersetze sie durch die Namen, die bei dir in den Entwicklerwerkzeugen stehen.

1. Licht im Nebengebäude bei Bewegung

Der klassische Einsatz und gleichzeitig der Grund, warum du SuperLink überhaupt genommen hast: eine Garage oder ein Gartenhaus, das Zigbee nie zuverlässig erreicht hat. Wichtig ist dabei der Umgang mit der Rückstellzeit. Die Sensoren melden Bewegung ereignisbasiert, und eine feste Cooldown-Zeit ist geräteseitig vorgegeben. Verlass dich für die Lichtsteuerung nicht darauf, dass der Sensor rechtzeitig von selbst zurückfällt – bau dir stattdessen einen eigenen Timer in Home Assistant. Jede neue Bewegung setzt ihn zurück, und das Licht geht erst aus, wenn wirklich Ruhe ist.

alias: Garage Licht bei Bewegung
triggers:
- trigger: state
entity_id: binary_sensor.usl_motion_bewegung
to: "on"
actions:
- action: light.turn_on
target:
entity_id: light.garage
- delay: "00:03:00"
- action: light.turn_off
target:
entity_id: light.garage
mode: restart

Der Modus restart ist hier der entscheidende Teil: Löst der Sensor während der drei Minuten erneut aus, startet die Automation von vorn, statt das Licht mitten in der Bewegung auszuschalten.

2. Sabotagemeldung als kritische Benachrichtigung

Wenn der Tamper-Kontakt auslöst, hat entweder jemand den Sensor angefasst oder du selbst hast ihn gerade neu ausgerichtet. Beides willst du sofort wissen – nicht erst, wenn du das nächste Mal in Protect schaust. Auf dem iPhone erreichst du mit critical auch dann eine Benachrichtigung, wenn das Gerät stummgeschaltet ist; unter Android nutzt du entsprechend einen hohen Kanal-Prioritätswert. Denk daran, die Meldung anschließend in Protect über Clear Event zu quittieren.

alias: Sabotage-Alarm Sensor
triggers:
- trigger: state
entity_id: binary_sensor.usl_motion_sabotage
to: "on"
actions:
- action: notify.mobile_app_handy
data:
title: "Sabotage erkannt"
message: "Der Bewegungsmelder meldet Tamper."
data:
push:
sound:
name: default
critical: 1
volume: 1.0

3. Gesammelte Batteriewarnung unter 20 Prozent

Sechs Jahre Laufzeit klingen nach „kümmere ich mich nie drum“ – bis der erste Sensor unbemerkt stirbt. Statt für jeden Sensor eine eigene Automation zu bauen, sammelst du alle Batterie-Entitäten in einer Vorlage und lässt dir einmal täglich melden, wer unter 20 Prozent gefallen ist. Läuft nichts leer, bekommst du auch keine Nachricht.

alias: Batteriewarnung Sensoren
triggers:
- trigger: time
at: "09:00:00"
conditions:
- condition: template
value_template: >-
{{ states.sensor | selectattr('entity_id','search','usl_')
| selectattr('attributes.device_class','eq','battery')
| map(attribute='state') | map('int', 100) | select('lt', 20) | list | count > 0 }}
actions:
- action: notify.mobile_app_handy
data:
message: "Mindestens ein SuperLink-Sensor hat unter 20 % Batterie."

Grenzen und Stolperfallen

Der wichtigste Punkt noch einmal in einem Satz: Ohne Vollzugriff-Modus keine Sensor-Entitäten. Wenn in Home Assistant nur Kameras und Leuchten auftauchen, liegt es fast immer daran und nicht am Sensor.

Dazu kommen ein paar Dinge aus der Praxis, die man ehrlich benennen sollte, ohne sie zu dramatisieren. Aus der Home-Assistant-Community sind zwei Effekte bekannt: Nach einem Neustart von Protect oder einem Reload der Integration wurden Temperaturwerte teils in Fahrenheit statt Celsius gemeldet. Und bei einzelnen SuperLink-Modellen fehlten nach Protect-Updates zeitweise Entitäten, bis Integration und zugrundeliegende Bibliothek nachgezogen hatten. Beides wurde jeweils behoben – aber wer produktiv darauf automatisiert, sollte Updates nicht blind einspielen, sondern kurz warten und dann prüfen, ob alle Entitäten noch da sind.

Strukturell gilt außerdem: Der Sensor hängt am Gateway. Fällt das Gateway aus, sind sämtliche daran angemeldeten Sensoren gleichzeitig weg – ein Single Point of Failure, den ein Zigbee-Mesh in dieser Form nicht hat. Beim Batteriewechsel brauchst du CR123A-Zellen; die bekommt man nicht an jeder Tankstelle, ein kleiner Vorrat im Schrank spart Nerven. Und die Zwei-Kilometer-Angabe gilt für freies Feld. In Gebäuden, durch Stahlbeton, Dämmung mit Alukaschierung oder mehrere Etagen hinweg landest du bei einem Bruchteil davon. Immer noch deutlich mehr als Zigbee, aber plane nicht mit der Marketingzahl, sondern schau nach der Montage in den Sensor Manager und prüfe die dBm-Werte.

SuperLink-Sensorik und Zubehör

Ohne Gateway läuft nichts – und ein Vorrat CR123A-Zellen schadet nie.

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Fazit

Der USL-Motion ist kein Schnäppchen-Bewegungsmelder, aber er löst ein Problem, an dem günstige Sensoren regelmäßig scheitern: Reichweite ohne Mesh-Gebastel, dazu eine Batterielaufzeit, bei der man den Sensor jahrelang vergessen kann. In Home Assistant fügt er sich sauber ein – vorausgesetzt, du hast die Integration im Vollzugriff-Modus eingerichtet. Diese eine Einstellung entscheidet darüber, ob du eine funktionierende Sensorik hast oder eine halbe Stunde in die falsche Richtung suchst.

Im nächsten Teil der Serie schauen wir uns die SuperLink-Fobs an – die kleinen Funktaster, mit denen sich Szenen und Alarmzustände auslösen lassen. Die brauchen in Home Assistant einen anderen Weg als die Sensoren, nämlich einen Webhook. Wie das sauber funktioniert, klären wir dort.

Häufige Fragen

Warum sehe ich meine SuperLink-Sensoren nicht in Home Assistant?

Mit ziemlicher Sicherheit läuft deine UniFi-Protect-Integration im Modus „Nur API-Schlüssel“. Der liefert ausschließlich Alarmmanager, Kameras und Leuchten – Sensoren gibt es nur im Vollzugriff-Modus mit lokalem Benutzer und API-Schlüssel. Richte die Integration nach Teil 1 der Serie neu ein, dann tauchen die Entitäten auf.

Brauche ich das SuperLink Gateway?

Ja. Die Sensoren sprechen ausschließlich über SuperLink-Funk mit dem Gateway, das sie wiederum an UniFi Protect anbindet. Ein Gateway trägt bis zu 96 SuperLink-Sensoren und zusätzlich bis zu sieben ältere UP-Sense-Geräte per Bluetooth – für die meisten Haushalte reicht also eines.

Wie lange hält die Batterie wirklich?

Ubiquiti gibt bis zu sechs Jahre für die CR123A-Zelle bei typischer Nutzung an. Wie nah du daran kommst, hängt stark davon ab, wie oft der Sensor auslöst: Ein Melder am Gartentor, der bei jedem Passanten anschlägt, ist deutlich schneller leer als einer im selten genutzten Keller. Die Batteriewarnung aus diesem Artikel nimmt dir die Kontrolle ab.

Funktioniert das ohne Internet?

Ja. Sensor, Gateway, UniFi Protect und Home Assistant kommunizieren lokal miteinander. Ohne Internetverbindung fallen nur der Fernzugriff über die Ubiquiti-Cloud und Push-Benachrichtigungen an dein Handy aus – die Automationen im Haus laufen weiter.

Kann ich SuperLink-Sensoren ohne UniFi Protect nutzen?

Nein. SuperLink ist ein geschlossenes Ökosystem und die Sensorik läuft ausschließlich über UniFi Protect. Es gibt keinen Weg, den USL-Motion direkt an Zigbee, Z-Wave oder Home Assistant anzubinden – der Weg führt immer über Gateway und Protect. Wenn du herstellerunabhängig bleiben willst, bist du mit Zigbee2MQTT besser aufgehoben.

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