0 Fiskars hat 2026 eine neue Spitzenlinie eingeführt: Ultra. Bisher gibt es zwei Modelle, die Spaltaxt U32 und das Universalbeil U14. Ich habe mir die U32 für 129,99 Euro gekauft — und die erste Frage war nicht, ob sie gut ist, sondern ob sie ihren Aufpreis rechtfertigt. Denn die X32 aus der regulären Serie kostet rund 80 Euro und ist auf dem Papier exakt gleich groß und gleich schwer. Die Fiskars Ultra U32: 81,5 cm, 2,44 kg, gefertigt in Finnland. Die Daten Ultra U32 X32-L Gesamtlänge 81,5 cm 81,5 cm Gesamtgewicht 2.440 g 2.440 g Kopfgewicht 1.734 g – Klinge Karbonstahl, doppelt gehärtet geschmiedeter Stahl, doppelt gehärtet Beschichtung ToughCoat-Nickel Standard-Gleitbeschichtung Schliff RazorEdge-Präzisionsschliff Standard Stiel FiberComp, SoftGrip FiberComp Preis ca. 130 € ca. 80 € Die Unterschiede liegen also nicht in den Maßen, sondern in drei Details: breitere Keilgeometrie, ToughCoat-Nickelbeschichtung und ein nach vorn verlagerter Schwerpunkt, der die Schwunggeschwindigkeit erhöhen soll. Dazu der SoftGrip-Griff und ein Klingenschutz im Lieferumfang. Auspacken und erster Eindruck Der Klingenschutz liegt bei und rastet mit einem orangen Clip ein. Der Klingenschutz ist kein Wegwerfteil, sondern eine stabile Kunststoffhülle mit Clip-Verschluss. Sie hält bombenfest und lässt sich einhändig abnehmen. Wer die Axt in den Kofferraum legt oder an die Wand hängt, wird das zu schätzen wissen — bei vielen Äxten in dieser Preisklasse fehlt so etwas oder ist nach einer Saison durchgescheuert. Der Kopf ist in den Stiel eingespritzt — eine Verbindung, die sich nicht lösen kann. Die Verarbeitung ist tadellos. Der Übergang vom Kopf in den Stiel ist nahtlos, weil der Kopf nicht gekeilt, sondern direkt in den FiberComp-Schaft eingespritzt ist. Das ist der konstruktive Vorteil gegenüber jeder Holzstiel-Axt: Da kann sich nichts lockern, nichts austrocknen, nichts nachgekeilt werden müssen. Die Klinge kommt sehr scharf aus der Verpackung — Fiskars nennt das RazorEdge-Präzisionsschliff, und man sollte sie tatsächlich nicht sorglos anfassen. Nachschärfen ist vor dem ersten Einsatz jedenfalls nicht nötig. In der Praxis Die breite Keilform drückt die Fasern früh auseinander. Die Gewichtsverteilung ist das, was man als Erstes bemerkt. 1.734 der 2.440 Gramm sitzen im Kopf — also gut 70 Prozent. Beim Anheben fühlt sich die Axt deshalb kopflastiger an als eine Universalaxt gleicher Länge, und genau das ist gewollt: Die Masse soll die Arbeit machen, nicht die Armkraft. Der Schwung zieht von selbst nach unten, man führt mehr, als man drückt. Die breite Keilgeometrie ist an der Klinge gut zu sehen. Sie trennt die Fasern früher als ein schlanker Keil — bei geradfaserigem, trockenem Holz ist das der Unterschied zwischen einem und zwei Schlägen. Bei verwachsenem oder astreichem Holz bleibt es dabei, dass man die richtige Stelle suchen muss; daran ändert auch die beste Klinge nichts. Der ToughCoat ist der Punkt, den man am wenigsten sieht. Die glatte Nickelbeschichtung soll die Reibung senken, damit die Klinge seltener im Scheit stecken bleibt — und genau das ist beim Spalten der eigentliche Zeitfresser: nicht der Schlag, sondern das Herausziehen. Wie gut sich die Beschichtung über Jahre hält, lässt sich nach wenigen Wochen nicht seriös beurteilen. Fiskars verspricht gleichbleibende Leistung „Saison für Saison“; das werde ich hier nachtragen, wenn die erste Saison durch ist. 81,5 cm sind der Kompromiss: genug Hebel, noch kontrollierbar. Zur Länge: 81,5 cm sind für Stämme über 30 cm ausgelegt. Fiskars empfiehlt als Faustregel, dass der Stiel etwa so lang sein sollte wie der eigene Arm — eine Probe, die sich im Laden in zehn Sekunden machen lässt. Wer deutlich kleiner ist, sollte die 71 cm der X28 in Betracht ziehen — mehr Hebel nützt nichts, wenn die Kontrolle leidet. Mehr dazu in der Übersicht über die Fiskars-Serien und -Längen. Was mir nicht gefällt Der Preis. 50 Euro Aufschlag gegenüber der X32 für Beschichtung, Schliff und Balance. Das ist kein Schnäppchen, sondern eine bewusste Entscheidung für Komfort. Kein Aufhänger am Stielende. Es gibt ein Loch, aber keine Schlaufe. Bei einer Axt, die man an die Wand hängt, wäre das naheliegend gewesen. Die Aufkleber. ToughCoat- und RazorEdge-Sticker sitzen direkt auf der Klinge und wollen erst einmal rückstandsfrei ab. Die Garantie-Falle Fiskars gibt 25 Jahre Garantie — aber nur, wenn das Produkt nach dem Kauf registriert wird. Ohne Registrierung bleibt es bei der gesetzlichen Gewährleistung von zwei Jahren. Die Registrierung läuft über das Fiskars-Supportportal, dauert zwei Minuten und sollte direkt beim Auspacken passieren, solange der Kassenbon noch auffindbar ist. Ich halte das für den wertvollsten Hinweis in diesem Test, weil ihn fast niemand erwähnt. Für wen lohnt sich die Ultra? Ja, wenn du regelmäßig größere Mengen Brennholz machst und Wert auf Komfort legst. Der verlagerte Schwerpunkt und die geringere Reibung sind keine Marketingpunkte, sondern über eine längere Session hinweg spürbar. Nein, wenn du ein paar Mal im Jahr einen Korb Kaminholz spaltest. Dann ist die X32 für 80 Euro die vernünftigere Wahl — gleiche Maße, gleiches Gewicht, dieselbe finnische Fertigung und dieselbe 25-Jahre-Garantie. Der Unterschied liegt im Feinschliff, nicht in der Substanz. Auch nein, wenn du vor allem sperrige, verwachsene Stämme vor dir hast. Dafür ist ein Spalthammer wie der Pro IsoCore XXL das richtige Werkzeug, keine Axt. Fazit Die Fiskars Ultra U32 ist eine sehr gute Spaltaxt — und eine, die ihren Aufpreis nicht über bessere Maße rechtfertigt, sondern über drei Details: Keilform, Beschichtung und Balance. Verarbeitung, Schärfe ab Werk und die eingespritzte Kopfverbindung sind über jeden Zweifel erhaben. Ob dir die Feinheiten 50 Euro wert sind, hängt davon ab, wie viel Holz vor dir liegt. Wer erst einmal wissen will, welche Größe überhaupt passt, liest die Fiskars-Serienübersicht. Wie man richtig spaltet, steht unter Holz spalten. Getestet und verglichenDie Ultra U32 und ihre maßgleiche, günstigere Schwester aus der X-Serie.Fiskars Ultra U32 SpaltaxtAuf Amazon ansehenFiskars X32 SpaltaxtAuf Amazon ansehenFiskars AxtschärferAuf Amazon ansehen* Affiliate-Links: Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Käufen. Bitte prüfe die Kompatibilität mit deinem System. Vorheriger Beitrag Fiskars Äxte: Serien, Modelle und Längen erklärt Nächster Beitrag Holz spalten: Technik, Werkzeug und die häufigsten Fehler You may also like Axt schärfen: der richtige Winkel und der teuerste Fehler September 30, 2026 Holz spalten: Technik, Werkzeug und die häufigsten Fehler September 30, 2026 Fiskars Äxte: Serien, Modelle und Längen erklärt September 30, 2026 DMSO kaufen: 99,9 % Ph. Eur. im Test — Reinheit, Braunglas und... September 28, 2026 Bosch Expert SDS plus-7X im Test: die besten SDS plus Bohrer, die... 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