0 Ubiquiti hat am 2. November 2026 UniFi Cloud Storage vorgestellt, einen eigenen Cloud-Speicher für UniFi-Systeme. Er sichert ausgewählte Aufnahmen aus UniFi Protect und Dateien aus UniFi Drive außer Haus. Der Preis: 5 US-Dollar pro Terabyte und Monat, ohne Gebühren fürs Herunterladen. Das ist günstiger als die meisten Cloud-Speicher. Es gibt aber zwei Haken, die gerade für Nutzer in Deutschland wichtig sind: Die Daten liegen vorerst in den USA, und wie sie verschlüsselt werden, ist nicht dokumentiert. UniFi Cloud Storage legt eine Kopie von Kamera-Ereignissen und Drive-Backups in der Cloud ab. (Symbolbild, KI-generiert) Das Wichtigste in Kürze Was: Cloud-Speicher von Ubiquiti, direkt eingebaut in UniFi Protect und UniFi Drive, verwaltet über den Site Manager. Preis: 5 US-Dollar pro TB und Monat nach tatsächlich belegtem Speicher, mindestens 5 Dollar im Monat, zuzüglich Steuern. Herunterladen kostet nichts extra. Protect: Ereignisse der Smart-Erkennung (etwa Person oder Fahrzeug) werden automatisch zusätzlich in die Cloud kopiert, für ausgewählte Kameras und Erkennungsarten. Drive: Off-Site-Backup ausgewählter Ordner, als dritte Kopie im Sinne der 3-2-1-Regel. Speicherort: Die Daten liegen bei Backblaze in der Region US East. Weitere Regionen sind angekündigt, aber ohne Termin. Offen: Ubiquiti dokumentiert bisher nicht, ob die Daten Ende-zu-Ende verschlüsselt werden, wer die Schlüssel hat und ob es unveränderliche Backups gibt. Was UniFi Cloud Storage kann Der Dienst wird im UniFi Site Manager aktiviert, dort hinterlegt der Konsolen-Besitzer die Zahlungsdaten. Optional lässt sich einstellen, dass der Speicher automatisch mitwächst, und ab welcher Belegung eine Warnung kommt. Danach taucht UniFi Cloud Storage in Protect und Drive als Ziel auf. UniFi Protect: wichtige Ereignisse außer Haus In Protect heißt die Funktion Event Archiving. Du wählst Kameras und Erkennungsarten aus, und Protect lädt die passenden Clips automatisch zusätzlich in die Cloud. Es geht also nicht um eine durchgehende Daueraufnahme in der Cloud, sondern um eine zweite Kopie der Ereignisse, die zählen. Das ist genau der Fall, für den man ein Off-Site-Archiv braucht: Wird der Rekorder gestohlen oder brennt das Haus, sind die Aufnahmen des Einbruchs trotzdem noch da. Archivierte Clips bleiben laut Ubiquiti auch dann abrufbar, wenn die Konsole offline ist. Protect-Archive funktionieren für einzelne Standorte und für UniFi Fabrics. UniFi Drive: Off-Site-Backup für den NAS In UniFi Drive gibt es zwei Arten von Cloud-Backups: ein Off-Site-Backup ausgewählter Dateien und Ordner und eine zweite Cloud-Kopie von Microsoft-365-Backups. Wiederherstellen lässt sich über Drive oder den Site Manager. Drive-Backups funktionieren vorerst nur für einzelne Standorte, die Unterstützung für Fabrics soll folgen. Wer kündigt, kann laut Ubiquiti noch 30 Tage lang auf die gespeicherten Daten zugreifen. Danach sollte alles heruntergeladen sein. Was der Speicher im Vergleich kostet Wie günstig 5 Dollar pro Terabyte sind, zeigt der Vergleich mit den bekannten Cloud-Speichern. Die Tabelle nennt die Listenpreise der Anbieter für den Standard-Speicher, ohne Steuern, Stand November 2026. Anbieter Speicher pro TB und Monat Herunterladen 1 TB im Monat 10 TB im Monat UniFi Cloud Storage 5 $ kostenlos 5 $ 50 $ Backblaze B2 6,95 $ bis zum 3-Fachen der Datenmenge kostenlos, dann 10 $ pro TB 6,95 $ 69,50 $ Cloudflare R2 15 $ kostenlos, aber Gebühren pro Zugriff ca. 15 $ ca. 150 $ AWS S3 Standard (US East) 23 $ 90 $ pro TB (100 GB im Monat frei) 23 $ 230 $ Hetzner Object Storage Grundpaket 6,49 € inkl. 1 TB 1 TB im Monat inklusive, dann 1 € pro TB 6,49 € rund 85 € Hetzner Storage Box 3,20 € (BX11, 1 TB) kostenlos 3,20 € 20,80 € (BX31) Die Rechnung zeigt dreierlei: Gegen die großen Clouds gewinnt UniFi deutlich. AWS S3 kostet beim reinen Speichern fast das Fünffache, und eine Wiederherstellung von 10 TB schlägt dort mit rund 900 Dollar Download-Gebühren zu Buche. Cloudflare R2 verzichtet zwar auf Download-Gebühren, ist beim Speicher aber dreimal so teuer. Gegen Backblaze B2 ist UniFi rund 28 Prozent günstiger, obwohl UniFi Cloud Storage selbst auf Backblaze läuft. Vermutlich bekommt Ubiquiti als Großkunde bessere Konditionen und gibt sie weiter. Hetzner ist teils noch günstiger und speichert in Deutschland. Die Storage Box kostet pro Terabyte weniger, ist aber kein S3-Speicher und hat nur 10 gleichzeitige Verbindungen. Hetzner Object Storage ist S3-kompatibel, bietet Object Lock gegen Ransomware und liegt in Nürnberg, Falkenstein oder Helsinki. Ab mehreren Terabyte wird es aber teurer als UniFi. Der entscheidende Unterschied ist nicht der Preis, sondern die Bedienung. UniFi Cloud Storage ist in Protect und Drive eingebaut und lässt sich mit ein paar Klicks einschalten. Die anderen Anbieter sind allgemeine Speicher, die du selbst anbinden musst. Für Drive geht das teils über Backup-Ziele, für Protect-Ereignisse gibt es außerhalb von UniFi keinen vergleichbar einfachen Weg. Umgekehrt kannst du UniFi Cloud Storage nur für Protect und Drive nutzen, nicht als allgemeinen S3-Speicher für andere Geräte. Hinweis zur Rechnung: UniFi, Backblaze, Cloudflare und AWS rechnen in US-Dollar, Hetzner in Euro. Bei Cloudflare R2 kommen Gebühren pro Lese- und Schreibzugriff hinzu, bei AWS ebenfalls. Der Wert für 10 TB bei Hetzner Object Storage beruht auf rund 8,70 € pro zusätzlichem Terabyte, das Hetzner stundengenau abrechnet. Für S3 in Frankfurt liegen die Preise leicht über denen von US East. Die Haken: Speicherort und Verschlüsselung Zum Start liegen alle Daten bei Backblaze in der Region US East. Weitere Regionen hat Ubiquiti angekündigt, ein Datum gibt es nicht. Backblaze selbst betreibt bereits ein Rechenzentrum in Amsterdam, eine EU-Region wäre also technisch naheliegend. Für Kameraaufnahmen ist das mehr als ein Detail. Wer in Deutschland Kameras betreibt, die Personen erfassen, etwa vor der Haustür, im Laden oder im Büro, verarbeitet personenbezogene Daten. Diese Aufnahmen in die USA zu übertragen, wirft Datenschutzfragen auf, die du vor dem Einschalten klären solltest. Für Unternehmen gehört das in die Datenschutzprüfung, für Privatleute zumindest in die eigene Abwägung. Ebenso offen ist die Verschlüsselung. Ubiquiti betont im eigenen Trust Center, dass Protect-Aufnahmen nie in der Ubiquiti-Cloud landen und Cloud-Backups mit dem eigenen Passwort Ende-zu-Ende verschlüsselt sind. Für UniFi Cloud Storage beschreiben das Hilfe-Dokument und die Bedingungen bisher weder, ob Ende-zu-Ende verschlüsselt wird, noch wer die Schlüssel verwaltet, noch ob es unveränderliche Backups gegen Ransomware gibt. Bis Ubiquiti das nachliefert, solltest du davon ausgehen, dass Ubiquiti beziehungsweise Backblaze die Daten technisch lesen könnte. Für wen sich der Dienst lohnt Lohnt sich: Wer UniFi Protect nutzt und wichtige Ereignisse ohne Bastelei außer Haus sichern will. Die Ereignis-Clips sind klein, oft reicht der Mindestbetrag von 5 Dollar im Monat. Lohnt sich: Wer UniFi Drive als NAS nutzt und ein einfaches Off-Site-Backup sucht, ohne eigene Backup-Software einzurichten. Eher nicht: Wer seine Daten aus Datenschutzgründen in der EU halten will oder muss. Dann sind Hetzner oder ein anderer EU-Anbieter derzeit die bessere Wahl. Eher nicht: Wer Wert auf nachweisbar Ende-zu-Ende-verschlüsselte oder unveränderliche Backups legt, solange Ubiquiti dazu nichts veröffentlicht. Einordnung Ubiquiti füllt mit UniFi Cloud Storage eine echte Lücke. Bisher gab es für Protect-Aufnahmen außer Haus keinen eingebauten, einfachen Weg, und gerade bei Kameras ist eine Kopie außerhalb des Gebäudes der eigentliche Sinn eines Archivs. Der Preis ist fair und schlägt sogar den eigenen Speicherpartner Backblaze. Dass es keine Download-Gebühren gibt, macht die Kosten berechenbar. Für den deutschen Markt kommt der Dienst aber zu früh: Ohne EU-Region und ohne klare Angaben zur Verschlüsselung ist er für Kameraaufnahmen von Personen schwer zu empfehlen. Sobald Ubiquiti eine europäische Region und Ende-zu-Ende-Verschlüsselung nachreicht, sieht das anders aus. Häufige Fragen Was kostet UniFi Cloud Storage? 5 US-Dollar pro Terabyte und Monat nach belegtem Speicher, mindestens 5 Dollar im Monat, zuzüglich Steuern. 500 GB kosten also ebenfalls 5 Dollar, 1,5 TB kosten 7,50 Dollar. Das Herunterladen ist kostenlos. Wo werden die Daten gespeichert? Bei Backblaze in der Region US East. Weitere Regionen sind laut Ubiquiti geplant. Speichert UniFi Protect damit alle Aufnahmen in der Cloud? Nein. Archiviert werden Ereignisse der Smart-Erkennung für die Kameras und Erkennungsarten, die du auswählst. Die Daueraufnahme bleibt auf dem lokalen Rekorder. Kann ich UniFi Cloud Storage als normalen S3-Speicher nutzen? Nein. Der Dienst ist nur als Ziel für UniFi Protect und UniFi Drive gedacht. Für andere Geräte brauchst du einen allgemeinen Speicher wie Backblaze B2, Cloudflare R2 oder Hetzner Object Storage. Quellen Ubiquiti Blog: Introducing UniFi Cloud Storage (02.11.2026) Ubiquiti Help Center: Back Up Drive Files and Archive Protect Recordings with UniFi Cloud Storage Ubiquiti Trust Center NAS Compares: UniFi Cloud Storage Revealed (03.11.2026) Backblaze: B2 Cloud Storage Pricing Cloudflare: R2 Pricing AWS: Amazon S3 Pricing Hetzner: Object Storage Hetzner: Storage Box Vorheriger Beitrag Syncthing vs. Resilio Sync: Open Source gegen BitTorrent-Sync – was 2026 die bessere Wahl ist You may also like Syncthing vs. Resilio Sync: Open Source gegen BitTorrent-Sync – was 2026 die... November 7, 2026 Wazuh Dashboard erstellen mit Visualize und einer klaren Sicherheitsübersicht November 6, 2026 iCloud-Link teilen: Apple prüft öffentliche Links ab iOS 27.3 auf schädliche Inhalte November 5, 2026 Syncthing auf Unraid langsam? Wie /mnt/user und fsync den Abgleich um Faktor... 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