2 Wer bei Apple einen iCloud-Link teilen will, den jeder öffnen kann, muss sich bald auf eine Kontrolle einstellen. Ab iOS 27.3, iPadOS 27.3, macOS 27.3 und visionOS 27.3 prüft Apple Fotos und Dateien, die über die Option „Jeder mit dem Link“ geteilt werden, auf „schädliche Inhalte“. Das steht in einem neuen Support-Dokument, das Apple am 3. November 2026 veröffentlicht hat. Was genau als schädlich gilt, sagt Apple nicht. Bei einem Treffer drohen Löschung, Kontosperre und im Zweifel die Polizei. Ab iOS 27.3 prüft Apple öffentlich geteilte iCloud-Links auf schädliche Inhalte. (Symbolbild, KI-generiert) Das Wichtigste in Kürze Was: Fotos aus iCloud-Fotos und Dateien aus iCloud Drive, die per Link mit der Freigabe „Jeder mit dem Link“ geteilt werden, prüft Apple auf schädliche Inhalte. Ab wann: mit iOS, iPadOS, macOS und visionOS 27.3. Die Updates sind derzeit in der Beta, die fertigen Versionen werden für Dezember 2026 erwartet. Nicht betroffen: Links für „Nur eingeladene Personen“, das Senden einer Kopie und Inhalte, die nur in iCloud gespeichert und nicht öffentlich geteilt sind. Verschlüsselung: Öffentlich geteilte Inhalte sind nicht Ende-zu-Ende-verschlüsselt, auch nicht mit aktiviertem erweitertem Datenschutz. Das war schon bisher so. Folgen: Apple kann Inhalte löschen, das Apple-Konto sperren, eine Neuanmeldung mit derselben E-Mail-Adresse oder Telefonnummer verhindern und „falls nötig“ Strafverfolgungsbehörden einschalten. Offen: was „schädlich“ heißt, wie geprüft wird, ob ältere Links auch geprüft werden und wie man Einspruch einlegt. Was sich genau ändert Wer in der Fotos-App oder in der Dateien-App etwas aus iCloud teilt, hat zwei Wege: Kopie senden schickt die Datei selbst, Link teilen erzeugt einen Link zum Herunterladen. Beim Link gibt es zwei Stufen. „Nur eingeladene Personen“ (im Englischen „People you choose“) beschränkt den Zugriff auf Menschen, die du einlädst oder bestätigst. „Jeder mit dem Link“ macht den Inhalt für alle zugänglich, die den Link kennen. Apple schreibt dazu, die zweite Option mache den Inhalt für jeden mit dem Link zugänglich, „einschließlich Apple“. Neu ist der Satz danach: Ab Version 27.3 werden Inhalte, die mit „Jeder mit dem Link“ geteilt werden, von Apple auf schädliche Inhalte geprüft. Laut AppleInsider gilt das nicht für geteilte Alben, für Links an eingeladene Personen und für Inhalte, die einfach nur in iCloud liegen. Art des Teilens Ab iOS 27.3 von Apple geprüft? Link teilen: Jeder mit dem Link ja Link teilen: Nur eingeladene Personen laut Apple-Dokument nicht genannt Kopie senden nein, kein öffentlicher Link Nur in iCloud gespeichert, nicht geteilt nein Was mit der Verschlüsselung passiert Apple betont im Dokument, dass ein Inhalt, der mit „Jeder mit dem Link“ geteilt wird, nicht mehr Ende-zu-Ende-verschlüsselt ist. Das gilt auch, wenn Besitzer oder Empfänger den erweiterten Datenschutz für iCloud (Advanced Data Protection) eingeschaltet haben. Der verschlüsselt sonst unter anderem iCloud-Backups, Fotos und Notizen so, dass auch Apple sie nicht lesen kann. Ganz neu ist das nicht. Damit ein öffentlicher Link im Browser funktioniert, muss Apple die Schlüssel für diese Inhalte kennen. Apple führte das Teilen per öffentlichem Link schon bisher als Funktion, die den erweiterten Datenschutz nicht unterstützt. Neu ist, dass Apple diesen Zugriff jetzt aktiv nutzt, um die Inhalte zu prüfen. Was Apple bei einem Treffer tun kann Die Folgen sind deutlich formuliert. Lädt jemand schädliche Inhalte hoch, behält sich Apple vor, sie jederzeit zu verschieben, abzulehnen, zu verändern, zu entfernen oder zu löschen. Außerdem kann Apple gegen das Apple-Konto vorgehen: das Konto sperren oder deaktivieren, verhindern, dass mit derselben E-Mail-Adresse oder Telefonnummer ein neues Konto angelegt wird, „falls nötig“ Strafverfolgungsbehörden einschalten. Wichtig ist, was an diesem Konto hängt. Das Apple-Konto ist der Schlüssel zu iCloud-Fotos, iCloud Drive, Backups, gekauften Apps und oft auch zu Mail. Eine Sperre trifft damit weit mehr als den einen geteilten Link. Wie ein Treffer überprüft wird und wie man sich gegen eine Sperre wehren kann, beschreibt Apple nicht. Was als „schädlich“ gilt, bleibt offen Apple definiert den Begriff nicht. US-Medien wie MacRumors und Digital Trends vermuten wegen des Hinweises auf Strafverfolgungsbehörden, dass es vor allem um Darstellungen sexuellen Kindesmissbrauchs (CSAM) und um Schadsoftware geht. Bestätigt hat Apple das nicht. Ebenfalls offen ist, wie die Prüfung technisch abläuft, ob also Inhalte mit bekannten Datenbanken abgeglichen werden oder eine KI sie bewertet, und ob auch Links geprüft werden, die vor dem Update erstellt wurden. Die Geschichte dahinter macht das Thema heikel. 2021 kündigte Apple an, Fotos direkt auf dem iPhone mit einer Datenbank bekannter Missbrauchsdarstellungen abzugleichen, bevor sie in iCloud landen. Nach heftiger Kritik von Datenschützern und Sicherheitsforschern legte Apple den Plan auf Eis und gab ihn Ende 2022 auf. Seitdem steht Apple von der anderen Seite unter Druck: Kinderschutzorganisationen und Betroffene werfen dem Konzern vor, zu wenig gegen solche Inhalte in iCloud zu tun. Laut The Verge folgt der neue Schritt auf Proteste mit genau dieser Forderung. Was du jetzt tun solltest Bewusst teilen: Für alles Private, etwa Ausweis-Scans, Arztunterlagen oder Familienfotos, besser „Nur eingeladene Personen“ wählen oder eine Kopie senden. „Jeder mit dem Link“ nur für Dinge nutzen, die auch ein Fremder sehen dürfte. Alte Links aufräumen: In der Fotos-App und in iCloud Drive prüfen, welche Inhalte du öffentlich geteilt hast, und Links, die du nicht mehr brauchst, beenden. Nicht auf den erweiterten Datenschutz verlassen: Er schützt öffentlich geteilte Inhalte nicht, das war schon immer so. Kein Grund zur Panik: Inhalte, die nur in deiner iCloud liegen oder an bestimmte Personen geteilt sind, sind laut Apple nicht Teil der Prüfung. Alternative prüfen: Wer Fotos und Dateien lieber unter eigener Kontrolle teilt, kann eine eigene Cloud betreiben, etwa mit Immich für Fotos oder Nextcloud für Dateien. Einordnung Rein technisch ändert Apple wenig: Öffentliche Links waren nie Ende-zu-Ende-verschlüsselt, und andere Anbieter wie Google Drive oder Dropbox prüfen geteilte Inhalte schon lange. Heikel ist etwas anderes. Apple verbindet einen undefinierten Begriff mit harten Folgen für das ganze Konto und sagt nichts dazu, wie geprüft wird, wie oft Fehler passieren und wie man Einspruch einlegt. Bei automatischen Prüfungen sind Fehlalarme unvermeidlich, und wer sein gesamtes Fotoarchiv bei Apple hat, verliert im schlimmsten Fall den Zugriff darauf. Solange Apple das nicht näher erklärt, ist die einfachste Regel: Was privat ist, nicht per „Jeder mit dem Link“ teilen. Häufige Fragen Scannt Apple jetzt alle meine iCloud-Fotos? Nein. Laut Apple geht es nur um Inhalte, die du mit „Jeder mit dem Link“ teilst. Fotos, die nur in iCloud liegen oder an bestimmte Personen geteilt sind, werden nach Apples Angaben nicht geprüft. Ab wann gilt die Prüfung? Ab iOS, iPadOS, macOS und visionOS 27.3. Die Versionen sind derzeit in der Beta, die finale Version wird im Dezember 2026 erwartet. Ob Apple auch Links prüft, die vorher erstellt wurden, ist nicht bekannt. Schützt mich der erweiterte Datenschutz für iCloud? Nicht bei öffentlichen Links. Sobald du etwas mit „Jeder mit dem Link“ teilst, ist es nicht mehr Ende-zu-Ende-verschlüsselt, auch mit erweitertem Datenschutz. Für alles andere bleibt die Verschlüsselung bestehen. Gilt das auch in Deutschland? Apple macht dazu keine Länderangaben und schreibt nur allgemein, dass nicht alle Funktionen in allen Ländern verfügbar sind. Es ist also nicht ausgeschlossen, dass die Prüfung regional unterschiedlich startet. Quellen Apple Support: Learn more about sharing content that can be accessed by Anyone with the Link (03.11.2026) The Hacker News: Apple to Start Scanning Publicly Shared iCloud Photos and Files for Harmful Content (05.11.2026) MacRumors: Apple Will Check Public iCloud Links for Harmful Content Starting in iOS 27.3 (04.11.2026) 9to5Mac: With iOS 27.3, Apple will start checking iCloud public links for ‘harmful content’ (04.11.2026) The Verge: Apple will check shared iCloud links for ‘harmful content’ (04.11.2026) AppleInsider: Apple to scan public iCloud content in iOS 27.3 (04.11.2026) Vorheriger Beitrag Syncthing auf Unraid langsam? Wie /mnt/user und fsync den Abgleich um Faktor 110 bremsen You may also like Syncthing auf Unraid langsam? Wie /mnt/user und fsync den Abgleich um Faktor... 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