Home ITHome ServerDie 12 besten Raspberry Pi Projekte 2026 – vom Werbeblocker bis zum Homeserver

Die 12 besten Raspberry Pi Projekte 2026 – vom Werbeblocker bis zum Homeserver

by dr
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Die besten Raspberry Pi Projekte findest du nicht in Hochglanz-Videos, sondern in der Praxis: Dienste, die danach einfach laufen und jeden Tag etwas Nützliches tun. Der Raspberry Pi ist für mich nach wie vor das vielseitigste Stück Hardware unter 100 Euro – klein genug für die Schublade hinterm Router, sparsam genug für den Dauerbetrieb und stark genug für erstaunlich viele Aufgaben. In diesem Artikel zeige ich dir 12 Projekte, sortiert nach Aufwand: vom Nachmittagsprojekt für absolute Einsteiger bis zum kleinen Homeserver, der eine ganze Cloud ersetzt. Alle Projekte habe ich entweder selbst im Einsatz oder auf dem Blog ausführlich beschrieben – Links zu den Schritt-für-Schritt-Anleitungen findest du direkt bei den jeweiligen Projekten.

Für den Einstieg (ein Nachmittag)

Diese vier Projekte bekommst du an einem Nachmittag zum Laufen, auch wenn du noch nie ein Terminal gesehen hast. Sie sind gleichzeitig die Projekte mit dem größten Alltagsnutzen – perfekt, um herauszufinden, ob dir das Basteln mit dem Pi überhaupt liegt.

1. Pi-hole oder AdGuard Home: Werbeblocker fürs ganze Netzwerk

Der Klassiker unter den Pi-Projekten, und das aus gutem Grund: Ein DNS-basierter Werbeblocker filtert Werbung und Tracker für alle Geräte im Netzwerk – auch auf dem Smart-TV und dem Handy, wo klassische Browser-Adblocker nicht hinkommen. Die Einrichtung dauert keine Stunde, danach läuft der Dienst monatelang ohne Pflege. Ein Raspberry Pi Zero 2 W reicht dafür locker aus, jedes ältere Modell ab Pi 3 sowieso. Wie beides geht, habe ich ausführlich beschrieben: Pi-hole einrichten für den Klassiker – oder AdGuard Home, wenn du eine modernere Oberfläche und verschlüsseltes DNS ohne Zusatzsoftware willst.

2. Uptime Kuma: Monitoring für deine Dienste

Sobald mehr als ein Dienst bei dir läuft, willst du wissen, wenn etwas ausfällt – am besten bevor die Familie fragt, warum das WLAN „kaputt“ ist. Uptime Kuma überwacht Webseiten, Server und Dienste, zeigt hübsche Status-Dashboards und schickt dir Benachrichtigungen per Telegram, E-Mail oder Push. Die Installation läuft über einen einzigen Docker-Befehl, der Schwierigkeitsgrad ist niedrig. Auch hier genügt ein Zero 2 W, komfortabler wird es ab Pi 4. Die komplette Anleitung findest du unter Uptime Kuma einrichten.

3. WLAN-Repeater und Reise-Router

Mit RaspAP oder OpenWrt wird der Pi zum flexiblen Reise-Router: Er verbindet sich mit dem Hotel-WLAN und spannt ein eigenes, verschlüsseltes Netz für deine Geräte auf – inklusive VPN, wenn du magst. Zuhause taugt das Setup als Notlösung für WLAN-Funklöcher, ein dedizierter Access Point ist dort aber die bessere Wahl. Der Aufwand ist überschaubar, ein Zero 2 W oder Pi 3 reicht; nur beim Durchsatz solltest du keine Wunder erwarten.

4. Retro-Gaming mit RetroPie oder Batocera

Der Pi als Retro-Konsole ist ein Spaßprojekt erster Güte: Image auf die SD-Karte, Controller anschließen, fertig ist die Wohnzimmer-Konsole für Klassiker aus der 8-, 16- und 32-Bit-Ära. RetroPie ist der Platzhirsch, Batocera die pflegeleichtere Alternative ohne Bastelei. Ein Pi 4 stemmt alles bis zur PlayStation-1-Ära flüssig, der Pi 5 auch anspruchsvollere Systeme. Ein ehrlicher Hinweis gehört dazu: Die Emulatoren selbst sind legal, Spiele-ROMs aus dem Internet sind es nicht. Rechtlich sauber bist du nur mit Sicherungskopien deiner eigenen Spiele.

Fürs Smart Home

Hier spielt der Pi seine Stärken voll aus: Er ist die perfekte, stromsparende Zentrale für ein Smart Home, das ohne Cloud und ohne Hersteller-Apps auskommt.

5. Home Assistant: die Smart-Home-Zentrale

Wenn du nur ein einziges Projekt aus dieser Liste umsetzt, dann dieses. Home Assistant verbindet praktisch jedes smarte Gerät – egal ob Philips Hue, Shelly, IKEA oder Eigenbau – unter einer Oberfläche und automatisiert dein Zuhause komplett lokal, ohne dass Daten in irgendeine Hersteller-Cloud fließen. Die Einrichtung mit dem fertigen Home Assistant OS ist einsteigerfreundlich, die Möglichkeiten dahinter sind schier endlos. Als Basis empfehle ich mindestens einen Pi 4 mit 4 GB RAM, besser einen Pi 5 – die Zentrale soll schließlich flott reagieren. Den kompletten Einstieg beschreibe ich unter Home Assistant einrichten.

6. Zigbee-Zentrale mit Zigbee2MQTT

Die logische Erweiterung: Mit einem Zigbee-USB-Stick und Zigbee2MQTT befreist du Zigbee-Geräte von ihren Hersteller-Bridges. Die Fensterkontakte, Thermostate und Lampen von IKEA, Aqara, Sonoff und Co. sprechen dann direkt mit deinem Pi – eine Bridge pro Hersteller brauchst du nicht mehr, und die Geräte sind oft deutlich günstiger als ihre WLAN-Pendants. Der Schwierigkeitsgrad liegt im mittleren Bereich, weil MQTT als Zwischenschicht dazukommt. Läuft Zigbee2MQTT auf demselben Pi wie Home Assistant, bist du mit einem Pi 4 oder 5 gut aufgestellt; solo genügt sogar ein Zero 2 W. Schritt für Schritt erklärt in Zigbee2MQTT einrichten.

7. ESPHome: die Kommandozentrale für Bastelprojekte

Mit ESPHome verwandelst du ESP32-Boards für ein paar Euro in eigene Sensoren und Aktoren: Temperaturfühler, Luftqualitätsmesser, Bewegungsmelder, smarte Steckdosenleisten – was immer dir fehlt, baust du einfach selbst. Der Pi dient dabei als Kommandozentrale, auf der du die Firmware per YAML konfigurierst und über den Browser auf die Boards flashst. Es ist der perfekte Einstieg ins Hardware-Basteln, weil du keine Zeile C++ schreiben musst. Jeder Pi ab Modell 3 reicht dafür aus. Wie du startest, zeige ich unter ESPHome einrichten.

8. Wand-Dashboard: der Smart-Home-Bildschirm im Flur

Ein Pi mit dem offiziellen 7-Zoll-Touchdisplay oder einem alten Monitor wird zum festen Wand-Dashboard: Kalender, Wetter, Kamerabilder und Lichtschalter immer im Blick, ohne erst das Handy zu zücken. Gegenüber dem oft empfohlenen Alt-Tablet hat die Pi-Lösung zwei Vorteile: keinen alternden Akku, der dauerhaft am Ladegerät hängt, und volle Kontrolle über Software und Updates. Ein Pi 3 oder Zero 2 W reicht für die Anzeige, der Kiosk-Modus im Browser erledigt den Rest. Wie ein Dashboard aussehen kann, das man wirklich benutzt, zeige ich im Artikel zum Home Assistant Dashboard – und die Zentrale dahinter liefert Projekt Nummer 5.

Für Fortgeschrittene

Diese Projekte brauchen etwas mehr Einarbeitung – belohnen dich dafür aber mit Fähigkeiten, für die andere Leute monatlich Abo-Gebühren zahlen.

9. Homeserver mit Docker: Immich, Paperless-ngx und Nextcloud

Das Königsprojekt: Ein Pi 5 mit NVMe-SSD ist ein vollwertiger kleiner Homeserver, der bei rund 5 Watt Verbrauch eine erstaunliche Menge Dienste stemmt. Mit Docker und Portainer als grafischer Verwaltung installierst du neue Dienste in Minuten – das Terminal brauchst du danach nur noch selten. Meine drei Favoriten: Immich als selbstgehosteter Google-Fotos-Ersatz mit Gesichtserkennung, Paperless-ngx als durchsuchbares Dokumentenarchiv für den papierlosen Haushalt und Nextcloud für Dateien, Kalender und Kontakte. Wie das Grundgerüst aussieht, beschreibe ich ausführlich im Artikel Raspberry Pi Homeserver. Hier führt am Pi 5 mit 8 GB RAM und NVMe kein Weg vorbei – auf SD-Karte macht so ein Setup keinen Spaß und hält auch nicht lange durch.

10. Tailscale Exit Node: dein privates VPN nach Hause

Mit Tailscale baust du in zehn Minuten ein privates Netz zwischen all deinen Geräten – ohne Portfreigaben, ohne dynDNS, ohne offene Türen im Router. Der Pi übernimmt dabei zwei Spezialrollen: Als Subnet Router macht er dein gesamtes Heimnetz von unterwegs erreichbar, als Exit Node leitet er deinen kompletten Traffic durchs Heimnetz – praktisch im offenen Hotel-WLAN oder um aus dem Ausland heraus wie von zuhause zu surfen. Der Schwierigkeitsgrad ist niedriger, als es klingt; ein Zero 2 W genügt für den Anfang, für den Exit-Node-Betrieb mit vollem Durchsatz nimm einen Pi 4 mit Gigabit-LAN. Die Einrichtung erkläre ich unter Tailscale einrichten.

11. PiKVM: Fernwartung für jeden PC

Mein Geheimtipp in dieser Liste. PiKVM macht aus einem Pi 4 einen KVM-over-IP-Adapter: Der Pi hängt per HDMI und USB an einem beliebigen Rechner und überträgt dir Bild und Tastatur/Maus in den Browser – auf Hardware-Ebene, völlig unabhängig vom Betriebssystem. Du siehst das BIOS, kannst Betriebssysteme über virtuelle USB-Sticks neu installieren und einen abgestürzten Server hart neu starten, ohne aufzustehen. Kommerzielle KVM-over-IP-Lösungen kosten mehrere hundert Euro; die Selbstbau-Variante mit Pi 4 und HDMI-Capture-Stick liegt bei einem Bruchteil davon. Der Aufwand ist mittel – die Fertig-Images machen es einfacher, als es sich anhört.

12. Kamera- und Zeitraffer-Projekte

Mit dem offiziellen Camera Module wird der Pi zur programmierbaren Kamera: Zeitraffer von Bauprojekten oder wachsenden Pflanzen, eine schlichte Überwachungskamera für die Garage oder eine Vogelhaus-Kamera mit Bewegungserkennung. Die Kommandozeilen-Tools von Raspberry Pi OS nehmen dir die halbe Arbeit ab, für mehr Komfort gibt es fertige Projekte wie MotionEye. Ein Zero 2 W mit Kameramodul ist das kompakteste und günstigste Setup – ideal, um irgendwo unauffällig zu verschwinden.

Welcher Pi für welches Projekt?

Du musst nicht für jedes Projekt den teuersten Pi kaufen – im Gegenteil. Als Faustregel:

  • Raspberry Pi Zero 2 W (~20 €): perfekt für einzelne leichte Dienste – Pi-hole, AdGuard Home, Tailscale, Kameraprojekte. Winzig, lautlos, braucht kaum Strom.
  • Raspberry Pi 4 (ab ~45 €): der solide Allrounder mit Gigabit-LAN und USB 3.0. Reicht für Home Assistant, Zigbee2MQTT, RetroPie und PiKVM – und ist gebraucht oft günstig zu bekommen.
  • Raspberry Pi 5 mit NVMe-SSD (ab ~80 € plus HAT und SSD): die Wahl für den Homeserver mit mehreren Docker-Diensten. Die NVMe-Anbindung macht den größten spürbaren Unterschied im Alltag.

Beim Speicher lohnt Ehrlichkeit: Eine gute A2-microSD-Karte reicht für Leichtgewichte wie Pi-hole oder ein Dashboard völlig aus. Sobald aber Datenbanken dauerhaft schreiben – Home Assistant mit langer Historie, Immich, Paperless-ngx, Nextcloud – ist eine SSD Pflicht. SD-Karten sind für solche Dauerschreiblast schlicht nicht gebaut und sterben gern nach ein bis zwei Jahren, meist zum ungünstigsten Zeitpunkt. Beim Pi 5 löst ein NVMe-HAT das Problem elegant, beim Pi 4 tut es eine SSD am USB-3.0-Port.

Raspberry-Pi-Grundausstattung

Pi, ordentliche Stromversorgung und schneller Speicher – mehr braucht kein Projekt zum Start.

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Fazit

Der Reiz des Raspberry Pi liegt nicht in einem einzelnen spektakulären Projekt, sondern darin, wie die Projekte ineinandergreifen: Der Werbeblocker macht das Netz sauberer, Home Assistant automatisiert das Zuhause, der Homeserver ersetzt drei Cloud-Abos, und Uptime Kuma passt auf alles auf. Mein Rat für den Start: Fang mit Pi-hole oder AdGuard Home an. Das Projekt ist an einem Nachmittag erledigt, der Nutzen ist sofort spürbar, und du lernst nebenbei die Grundlagen, auf denen alle anderen Projekte aufbauen. Der Rest kommt dann fast von allein – ein Pi bleibt selten lange allein.

Häufige Fragen

Welcher Raspberry Pi ist für Einsteiger am besten?

Für den Einstieg empfehle ich den Raspberry Pi 5 mit 4 oder 8 GB RAM: Er ist schnell genug für praktisch jedes Projekt in dieser Liste und du wächst nicht so schnell heraus. Wer nur einen einzelnen leichten Dienst wie Pi-hole betreiben will, fährt mit dem Zero 2 W für rund 20 Euro günstiger. Vom Kauf ganz alter Modelle (Pi 2, Pi 3 neu) rate ich ab – der Aufpreis zum aktuellen Modell ist gut investiert.

Reicht eine SD-Karte oder brauche ich eine SSD?

Für leichte Dienste wie Pi-hole, ein Dashboard oder Retro-Gaming reicht eine gute A2-microSD-Karte. Für alles mit Datenbank und Dauerbetrieb – Home Assistant, Immich, Paperless-ngx, Nextcloud – solltest du eine SSD einplanen: schneller, zuverlässiger und langlebiger. SD-Karten verschleißen bei ständiger Schreiblast und fallen gern ohne Vorwarnung aus.

Wie viele Projekte laufen auf einem Pi gleichzeitig?

Mehr, als du denkst. Auf einem Pi 5 mit 8 GB RAM laufen problemlos fünf bis zehn Docker-Container parallel – etwa AdGuard Home, Home Assistant, Zigbee2MQTT, Uptime Kuma und Paperless-ngx zusammen. Der begrenzende Faktor ist meist der Arbeitsspeicher, nicht die CPU. Nur speicherhungrige Dienste wie Immich mit großer Fotobibliothek gönnst du besser einer eigenen Maschine oder ausreichend RAM.

Was kostet der Einstieg komplett?

Ein sinnvolles Einsteiger-Set aus Pi 5 (8 GB), offiziellem Netzteil, Gehäuse und schneller microSD-Karte liegt bei etwa 110 bis 130 Euro. Mit NVMe-HAT und SSD für den Homeserver-Betrieb kommst du auf 150 bis 180 Euro. Die Minimalvariante mit Zero 2 W, Netzteil und SD-Karte gibt es ab etwa 35 Euro – dafür bekommst du bereits einen vollwertigen Netzwerk-Werbeblocker.

Raspberry Pi oder gebrauchter Mini-PC?

Ehrliche Antwort: Für einen reinen Homeserver ist ein gebrauchter Mini-PC (etwa ein Lenovo ThinkCentre Tiny) ab 100 Euro oft die bessere Wahl – mehr Leistung, echte NVMe-Slots, x86-Kompatibilität. Der Pi punktet bei allem, wofür Mini-PCs zu groß oder zu durstig sind: GPIO-Pins für Hardware-Basteleien, Kameramodul, PiKVM, lautloser Betrieb bei 3 bis 7 Watt und die riesige Community mit fertigen Anleitungen für praktisch alles. Für Einsteiger und Bastelprojekte bleibt der Pi meine erste Empfehlung.

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