2 Ein Spannungsprüfer, der nichts berührt: Man hält den Stift an eine Steckdose, an ein Kabel oder an eine Lampenfassung, und wenn dort eine Phase liegt, leuchtet die Spitze rot und der Summer fängt an zu ticken. Der BENNING VT 2 kostet keine siebzehn Euro und kann darüber hinaus etwas, das die meisten seiner Konkurrenten nicht können: Er findet auch Magnetfelder. Unter Elektrikern hat diese Gerätegattung einen wenig schmeichelhaften Spitznamen: Lügenstift. Der ist verdient, aber er beschreibt nur die halbe Wahrheit. Ich habe den VT 2 an Steckdosen, an Leitungen und an Magneten ausprobiert und schaue mir an, was er wirklich kann, wo er zuverlässig danebenliegt und was er ganz sicher nicht ersetzt. Der BENNING VT 2: 153 mm lang, 40 Gramm leicht, zwei AAA-Zellen im Griff. Die weiße Spitze ist gleichzeitig die Anzeige. Das Wichtigste in Kürze Zwei Empfindlichkeiten: ohne Tastendruck spricht der VT 2 ab etwa 200 V an, mit gedrücktem blauen Taster schon ab rund 12 V. Zwei Farben: Die Spitze leuchtet rot bei einem elektrischen Feld und grün bei einem Magnetfeld. Liegt beides an, leuchtet sie in beiden Farben. Magnetfeldprüfung für Schütze, Relais und Magnetventile. Erfasst werden Permanent-, Gleich- und Wechselstrommagnetfelder. Kabelbruchsuche an isolierten Leitungen, Kabeltrommeln und Lichterketten funktioniert im Test zuverlässig. Testmagnet an Bord: Er sitzt im abschraubbaren Batteriefachdeckel, damit man die Magnetfunktion vor jedem Einsatz prüfen kann. Kein Ersatz für einen Duspol. Spannungsfreiheit darf man mit keinem berührungslosen Prüfer feststellen, mit diesem auch nicht. Preis: 16,90 € (Stand 21.09.2026), 4,4 von 5 Sternen bei 66 Bewertungen. Was in dem Stift steckt Der VT 2 ist ein berührungsloser Spannungsprüfer oder, in Bennings eigener Bezeichnung, ein Phasen- und Magnetfeldprüfer. Er misst kein Potenzial und schließt keinen Stromkreis. Er misst das elektrische Feld, das jeder wechselspannungsführende Leiter um sich herum aufbaut, und zwar über eine kapazitive Kopplung zwischen Leiter, Sensor und dem Körper dessen, der den Stift hält. Dieses Funktionsprinzip erklärt gleichzeitig alle Stärken und alle Schwächen des Geräts. Merkmal BENNING VT 2 (44055) Spannungsbereich 12 V / 200 V – 1000 V AC Frequenzbereich 45 Hz – 65 Hz Überspannungskategorie CAT III 1000 V / CAT IV 600 V Normen DIN EN 61010-1, DIN EN 61326 Schutzklasse / Schutzart II (schutzisoliert) / IP 53 Anzeige LED-Spitze rot und grün, Summer Magnetfeld Permanent-, Gleich- und Wechselstromfelder Stromversorgung 2 × AAA (LR03), kein Ausschalter Maße / Gewicht 153 × 20 × 25 mm / ca. 40 g Betriebstemperatur 0 °C bis +50 °C Ein Detail, das man kennen sollte: Der VT 2 hat keinen Ausschalter und ist immer aktiv. Eine stromsparende Schaltung soll die Batterien schonen. Einige Händler bewerben das Gerät mit einer Abschaltautomatik, die Bedienungsanleitung kennt eine solche nicht. Wer den Stift monatelang in der Werkzeugkiste liegen hat, sollte ihn deshalb vor dem Einsatz an einer bekannten Spannungsquelle prüfen. Die blaue Taste: Empfindlichkeit umschalten Der blaue Taster aktiviert die hohe Empfindlichkeit. Die dunkle Fläche darüber ist keine zweite Taste, sondern das Fenster der roten H-LED. Auf der Oberseite sitzt ein blauer Taster. Er ist der einzige Bedienknopf am Gerät, und er arbeitet im Tastbetrieb: Die hohe Empfindlichkeit gilt nur, solange man ihn gedrückt hält. Sobald sie aktiv ist, leuchtet die rote H-LED im Griff mit. Was viele für eine zweite Taste halten, ist genau deren Fenster im ausgeschalteten Zustand, eine dunkle Linse. Der Unterschied ist erheblich. Ohne Tastendruck reagiert der VT 2 nur auf ausreichend starke Felder, also ab etwa 200 V Außenleiterspannung. Das ist die Einstellung für den Alltag am 230-V-Netz. Gedrückt erfasst er schon Spannungen ab rund 12 V, und damit auch Steuerkreise und Leitungen, deren Feld sonst zu schwach wäre. Genau diese Stufe braucht man an CEE-Steckdosen und -Kupplungen, bei denen die Kontakte konstruktionsbedingt tief zurückliegen, etwa bei 63-A-Kupplungen. Praktisch heißt das: erst ohne Taster prüfen, und nur wenn nichts angezeigt wird, mit gedrücktem Taster nachfassen. Wer immer auf hoher Empfindlichkeit arbeitet, bekommt in einer normalen Unterputzdose so viele Fehlanzeigen, dass die Anzeige wertlos wird. Auf die Magnetfeldprüfung hat der Taster übrigens keinen Einfluss, die läuft immer mit derselben Empfindlichkeit. Im Test an der Steckdose Zuverlässige Anzeige an der Steckdose. Und ein Assistent, der noch keine Norm gelesen hat. Der Standardfall geht so, wie man es erwartet: Spitze in den rechten Kontakt der Schuko-Dose, die Spitze leuchtet rot, der Summer taktet. Im linken Kontakt bleibt sie dunkel. Damit ist gefunden, was man finden wollte, nämlich auf welcher Seite die Phase liegt. Die Blinkfrequenz und der Ton werden schneller, je stärker das Feld ist. Das klingt nach einer Spielerei, ist aber beim Suchen nützlich: Man merkt deutlich, ob man sich der Leitung nähert oder von ihr entfernt. Zum Testen hatte ich übrigens Unterstützung. Mein Malinois ist der festen Überzeugung, dass man Strom riechen kann, und hat mir beim Prüfen der Steckdose seine Nase direkt danebengehalten, um das persönlich zu verifizieren. Methodisch war das natürlich nicht sauber, im Video sieht man den Kollegen ins Bild kommen. Sein Ergebnis und meines stimmten am Ende überein, die Dokumentation seiner Messmethode steht noch aus. Kabelbruch finden Entlang der Leitung geführt: Dort, wo Leuchten und Ton aufhören, sitzt die Unterbrechung. Die zweite Alltagsaufgabe ist das Aufspüren von Unterbrechungen in isolierten Leitungen. Das Verfahren ist simpel: Die Leitung wird eingesteckt, also unter Spannung gesetzt, und man fährt mit der Spitze von der Einspeisestelle aus in Richtung Ende. Solange die Spitze leuchtet, ist der Leiter durchgängig. Dort, wo Leuchten und Summer aufhören, liegt die Bruchstelle. Bei einer Kabeltrommel muss man das zweimal machen: einmal wie eingesteckt und einmal mit um 180 Grad gedrehtem Stecker. Nur so prüft man beide Leiter gegen die Phase. Das gilt genauso für Lichterketten, bei denen eine einzelne durchgebrannte Fassung die Kette unterbricht. Im Test war das Ergebnis eindeutig: Entlang einer intakten Leitung leuchtet die Spitze durchgehend, am Leitungsende hört es abrupt auf. Ist das Feld zu schwach, hilft auch hier der Taster. Magnetfeld: die Funktion, die den Unterschied macht Grün statt rot: Am Testmagneten aus dem Batteriefachdeckel zeigt der VT 2 ein Magnetfeld an. Die Magnetfeldprüfung unterscheidet den VT 2 von fast allen anderen Prüfstiften dieser Preisklasse. Sie hat einen konkreten Zweck: Man prüft damit, ob ein Schütz, ein Relais oder ein Magnetventil tatsächlich angezogen hat. Wenn man vor einem Schaltschrank steht und wissen will, ob eine Spule Strom bekommt, hält man die Spitze an das Bauteil. Leuchtet sie grün, liegt ein Feld an. Erfasst werden dabei Permanentmagnete, Gleichfelder und Wechselfelder gleichermaßen. Ein schönes Detail hat Benning gleich mit eingebaut: Im Batteriefachdeckel steckt ein Testmagnet, den man abschrauben kann. Damit prüft man die Magnetfunktion vor jedem Einsatz, so wie man die Spannungsfunktion an einer bekannten Steckdose prüft. Das Gerät kontrolliert sich also nicht selbst, es bringt nur das Werkzeug mit, um es von Hand zu tun. Wichtig ist die Farblogik. Rot an der Spitze heißt elektrisches Feld, grün heißt Magnetfeld, und beides gleichzeitig ist möglich, wenn ein Magnet an einem spannungsführenden Teil sitzt. Die rote LED im Griff bedeutet dagegen etwas völlig anderes, nämlich hohe Empfindlichkeit. Rot bedeutet bei diesem Gerät also zweierlei, je nachdem, wo es leuchtet. Alle drei Prüfungen im Video Steckdose, Kabel und Magnetfeld hintereinander. Der Ton lohnt sich, weil der Summer ein guter Teil der Anzeige ist. Dein Browser kann dieses Video nicht abspielen. Video herunterladenSteckdose, Kabelprüfung und Magnetfeld in einem Durchgang. Der Summer ist gut zu hören. Warum er „Lügenstift“ heißt Jetzt zum Spitznamen. Ein berührungsloser Prüfer misst nicht, ob ein Leiter Spannung führt. Er misst, ob an seiner Spitze ein elektrisches Feld ankommt. Das ist ein gewaltiger Unterschied, und aus ihm folgen zwei Fehlerarten. Zwei Fehlerarten, ein Prinzip: Der Stift misst das Feld, nicht das Potenzial. Falsch positiv: Der Stift zeigt an, obwohl die geprüfte Ader spannungsfrei ist. Das passiert, wenn direkt daneben eine spannungsführende Leitung liegt und ihr Feld einkoppelt. In einer engen Abzweigdose oder einem gefüllten Kabelkanal ist das der Normalfall, nicht die Ausnahme. Wer dann bei hoher Empfindlichkeit arbeitet, bekommt in der halben Dose eine Anzeige. Falsch negativ: Der Stift zeigt nichts an, obwohl gefährliche Spannung anliegt. Das ist der gefährliche Fall. Benning selbst listet die Ursachen auf: zu großer Abstand zur Phase, zu starke Isolierung oder Abschirmung, Schutzkleidung und isolierende Standortgegebenheiten, Steckdosen und CEE-Kupplungen mit zurückliegenden Kontakten, Netzstörungen und schlechte Netzqualität sowie schwache Batterien. Dazu kommt: Gleichspannungsfelder werden gar nicht erkannt. Eine Photovoltaik-Leitung auf der DC-Seite ist für diesen Stift unsichtbar, und zwar auch dann, wenn sie 400 V führt. Der Stift lügt also nicht willkürlich. Er beantwortet zuverlässig eine andere Frage als die, die man ihm stellt. Was er nicht ersetzt Benning ist in der Anleitung ungewöhnlich deutlich, und zwar gleich zweimal. Einmal in den Sicherheitshinweisen: „Der Phasen-/ Magnetfeldprüfer BENNING VT 2 ist kein Ersatz für einen zweipoligen Spannungsprüfer z. B. DUSPOL®, um das Feststellen der Spannungsfreiheit zu bestimmen.“ Und einmal als hervorgehobene Warnung: „Beachten Sie, auch wenn der BENNING VT 2 keine Phase (Außenleiter) signalisiert, kann an dem Prüfobjekt trotzdem eine gefährliche Spannung anliegen. Zur Feststellung der Spannungsfreiheit verwenden Sie bitte ausschließlich einen zweipoligen Spannungsprüfer gemäß DIN EN 61243-3 (VDE 0682-401) z.B. einen DUSPOL® – Spannungsprüfer.“ Das ist keine juristische Absicherung, sondern die Beschreibung einer physikalischen Grenze. Zum Feststellen der Spannungsfreiheit gehört ein zweipoliger Prüfer nach DIN EN 61243-3, der zwischen zwei Punkten misst und dessen Anzeige aus der gemessenen Spannung selbst gespeist wird. Ein einpoliger Feldsensor kann das prinzipiell nicht leisten. Wer einen Stromkreis freischaltet, prüft mit dem Duspol, und er prüft den Duspol vorher und nachher an einer bekannten Spannung. Der ehrliche Platz des VT 2 ist deshalb der einer Vorprüfung und eines Suchgeräts: Welche Ader ist die Phase, kommt an der Lampenfassung überhaupt etwas an, wo ist das Kabel gebrochen, hat das Ventil angezogen. Für die Frage „darf ich hier jetzt anfassen“ ist er das falsche Werkzeug. Wie man eine Steckdose dagegen ohne Duspol auf Verdrahtungsfehler prüft, habe ich im Test des Benning SDT 1 beschrieben, der genau diese Lücke füllt. Fluke, Wiha, PeakTech und Bosch im Vergleich Gerät Preis Bereich Signal Magnetfeld BENNING VT 2 16,90 € 12 / 200–1000 V AC LED rot + Summer ja, grün Fluke 1AC II VoltAlert 45,21 € 200–1000 V AC Spitze + Ton nein Wiha Volt Detector 43798 17,79 € 90–1000 V AC nur optisch nein PeakTech 1031 16,90 € 50–1000 V AC LED + Ton + Vibration nein Fluke 1AC II VoltAlert ist das Referenzgerät der Kategorie und kostet mit rund 45 Euro fast das Dreifache. Dafür bekommt man CAT IV 1000 V statt CAT IV 600 V und die Voltbeat-Technologie: Der Stift testet sich kontinuierlich selbst und zeigt durch regelmäßiges Blinken, dass er funktioniert. Genau das ist der Schwachpunkt jedes billigen Prüfstifts, denn ein Gerät mit leerer Batterie zeigt dasselbe an wie ein spannungsfreier Leiter, nämlich nichts. Wer den Stift beruflich täglich in der Hand hat, zahlt den Aufpreis für diese eine Eigenschaft zu Recht. Der Fluke kann dafür kein Magnetfeld und beginnt erst bei 200 V. Wiha Volt Detector liegt preislich gleichauf mit dem Benning und deckt mit 90 bis 1000 V einen breiteren Bereich in einer Stufe ab. Der entscheidende Unterschied steht im Kleingedruckten: Er signalisiert nur optisch. Wer in einem lauten Keller oder mit dem Blick auf etwas anderes arbeitet, merkt den Unterschied sofort. Der Summer des Benning ist keine Spielerei, er ist die Hälfte der Bedienung. PeakTech 1031 kostet genauso viel wie der Benning, hat CAT IV 1000 V, einen echten Ein-/Ausschalter und zusätzlich einen Vibrationsalarm. Das ist im Lärm ein gutes Argument. Ein Hinweis zur Produktbeschreibung: PeakTech wirbt damit, das Gerät „spürt Magnetfelder auf“, und erklärt, es nehme Wechselspannung wahr, indem es auf Magnetfelder reagiert. Das ist technisch nicht korrekt, ein NCV-Prüfer reagiert auf das elektrische Feld. Eine Magnetfeldprüfung wie beim VT 2, mit der man ein angezogenes Schütz erkennt, ist das ausdrücklich nicht. Bosch fällt aus diesem Vergleich heraus, und das sollte man wissen, bevor man danach sucht: Bosch baut keine berührungslosen Prüfstifte, sondern Ortungsgeräte wie den UniversalDetect oder den GMS 120. Die beantworten eine andere Frage, nämlich wo in der Wand eine Leitung, ein Rohr oder ein Balken liegt, bevor man bohrt. Als Ergänzung zum Prüfstift sind sie sinnvoll, als Ersatz nicht. Passendes Werkzeug zum PrüfenGetaggte Amazon-Suchlinks, kein Preisvergleich und keine Garantie auf Verfügbarkeit.BENNING VT 2Auf Amazon ansehenFluke 1AC II VoltAlertAuf Amazon ansehenWiha Volt DetectorAuf Amazon ansehenPeakTech 1031Auf Amazon ansehenZweipoliger Spannungsprüfer (Duspol)Auf Amazon ansehenBosch OrtungsgerätAuf Amazon ansehen* Affiliate-Links: Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Käufen. Bitte prüfe die Kompatibilität mit deinem System. Fazit Für 16,90 Euro bekommt man ein Werkzeug, das im Alltag mehr Zeit spart, als es kostet. Die Phase in der Dose finden, eine Lampenfassung prüfen, einen Kabelbruch in der Trommel eingrenzen, all das geht mit dem VT 2 in Sekunden und ohne einen einzigen Schraubendreher. Die Magnetfeldprüfung ist in dieser Preisklasse eine echte Besonderheit und für alle interessant, die mit Schützen, Relais oder Magnetventilen zu tun haben. Der eingebaute Testmagnet zeigt, dass jemand mitgedacht hat. Die beiden Empfindlichkeitsstufen sind keine Marketingzahl, sondern der Unterschied zwischen einem brauchbaren und einem nutzlosen Gerät an CEE-Kupplungen. Was fehlt, ist ein kontinuierlicher Selbsttest, wie ihn der deutlich teurere Fluke bietet. Deshalb gilt bei diesem Gerät die Regel der Bedienungsanleitung wörtlich: vor und nach jeder Benutzung an einer bekannten Spannungsquelle und am Testmagneten prüfen. Und der Spitzname? Der Stift lügt genau dann, wenn man ihm eine Frage stellt, für die er nicht gebaut ist. Wer weiß, dass er Felder misst und keine Spannung, hat ein zuverlässiges Suchgerät in der Hemdtasche. Wer ihn für ein Freischaltwerkzeug hält, hat ein Problem. Für die Spannungsfreiheit bleibt der zweipolige Prüfer nach DIN EN 61243-3 ohne Alternative. Häufige Fragen Sind berührungslose Spannungsprüfer erlaubt? Als Such- und Vorprüfgerät ja. Zum Feststellen der Spannungsfreiheit vor Arbeiten an elektrischen Anlagen nicht: Dafür ist ein zweipoliger Spannungsprüfer nach DIN EN 61243-3 (VDE 0682-401) vorgeschrieben. Benning schreibt das in der Anleitung des VT 2 ausdrücklich selbst. Wie funktioniert ein berührungsloser Spannungsprüfer? Er misst das elektrische Wechselfeld, das jeder spannungsführende Leiter um sich herum aufbaut. Über eine kapazitive Kopplung fließt ein winziger Strom durch den Sensor, den Griff und den Körper des Anwenders gegen Erde. Diesen Strom wertet die Elektronik aus. Ein Potenzial wird dabei nicht gemessen, deshalb braucht der Stift auch keinen zweiten Kontaktpunkt. Warum heißt der Phasenprüfer „Lügenstift“? Weil er sowohl anzeigen kann, wo keine Spannung ist, als auch schweigen kann, wo Spannung ist. Das Erste passiert durch Einkopplung aus Nachbarleitungen, das Zweite durch Abschirmung, Abstand, isolierten Standort oder eine schwache Batterie. Gemeint ist meist der klassische Schraubendreher mit Glimmlampe, der Vorwurf trifft aber jeden einpolig arbeitenden Prüfer. Erkennt der VT 2 auch Gleichspannung? Nein. Elektrische Felder von Gleichspannungen werden nicht erfasst, die DC-Seite einer Photovoltaikanlage bleibt für ihn unsichtbar. Bei Magnetfeldern ist es umgekehrt: Dort erkennt er Permanent-, Gleich- und Wechselstromfelder. Wie prüfe ich, ob der Stift überhaupt funktioniert? An einer bekannten Spannungsquelle, etwa einer Steckdose, von der man weiß, dass sie Spannung führt. Für die Magnetfunktion nimmt man den Testmagneten, der im Batteriefachdeckel sitzt und sich abschrauben lässt. Beides gehört laut Anleitung vor und nach jeder Benutzung gemacht, weil das Gerät keine eigene Batterieprüfung hat. Was ist der Unterschied zum Steckdosentester? Ein berührungsloser Prüfer sagt, ob an einem Punkt ein Feld anliegt. Ein Steckdosentester wird eingesteckt und prüft die Verdrahtung einer kompletten Steckdose auf Fehler wie vertauschten Neutralleiter oder fehlenden Schutzleiter. Die beiden Geräte ersetzen sich nicht, sie ergänzen sich. Technische Angaben nach der Original-Bedienungsanleitung BENNING VT 2, Ausgabe 09/2020. Preise und Bewertungen Stand 21.09.2026. Die Links zu Amazon sind Affiliate-Links: Wenn du darüber kaufst, bekomme ich eine kleine Provision, für dich ändert sich nichts. 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