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Linux: Festplatte formatieren und dauerhaft einbinden

by Dimitri Roschkowski
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Eine neue Festplatte unter Linux einzurichten sind drei Schritte: partitionieren, formatieren, einbinden. Grafisch dauert das fünf Minuten, auf der Kommandozeile zwei – und die Kommandozeile ist auf einem Server ohne Bildschirm die einzige Option.

Der Schritt, an dem es hinterher knallt, ist der dritte. Wer eine Platte nur mit mount einbindet, findet sie nach dem nächsten Neustart nicht mehr. Und wer sie über den Gerätenamen dauerhaft einträgt, hat ein System, das irgendwann nicht mehr startet – weil aus /dev/sdb1 unbemerkt /dev/sdc1 geworden ist.

Diese Anleitung geht beide Wege durch, grafisch und auf der Kommandozeile, und erklärt, warum die UUID nicht optional ist. Alle Befehle wurden auf Debian 13 durchgespielt (Stand September 2026).

Das Wichtigste in Kürze

  • Formatieren löscht alles. Vorher zweimal prüfen, welchen Datenträger du erwischt hast.
  • ext4 ist für Linux die richtige Wahl, exFAT wenn die Platte auch an Windows soll.
  • Dauerhaft einbinden immer über die UUID, nie über /dev/sdb1.
  • Nach dem Bearbeiten der fstab immer sudo mount -a ausführen – vor dem Neustart, nicht danach.
  • nofail in die Optionen, wenn es eine externe Platte ist.

Schritt 1: Den richtigen Datenträger finden

Der wichtigste Schritt, denn ein Fehler hier ist nicht rückgängig zu machen.

lsblk -o NAME,SIZE,TYPE,FSTYPE,MOUNTPOINTS

Die Ausgabe auf einem Testsystem:

NAME    SIZE TYPE FSTYPE MOUNTPOINTS
sda      20G disk
├─sda1 18,9G part ext4   /
├─sda2    1K part
└─sda5  1,1G part swap   [SWAP]
sdb     512M disk
sr0    1024M rom

So liest man das: sda ist die Systemplatte – man erkennt es daran, dass eine ihrer Partitionen auf / eingehängt ist. sdb ist die neue, leere Platte: keine Partitionen, keine Dateisysteme, kein Einhängepunkt.

Drei Kontrollen, bevor du weitermachst:

  1. Stimmt die Größe? Eine 512-GB-SSD muss als etwa 477G auftauchen. Passt die Zahl nicht, hast du den falschen Datenträger.
  2. Ist nichts eingehängt? Steht in der Spalte MOUNTPOINTS etwas, liegen dort Daten in Benutzung.
  3. Wirklich die richtige? Bei mehreren gleich großen Platten hilft das Modell:
lsblk -o NAME,SIZE,MODEL,SERIAL,TRAN

Die Spalte TRAN zeigt die Anbindung – usb, sata oder nvme. Bei einer externen Platte kannst du sie außerdem abziehen, lsblk erneut ausführen und vergleichen, was verschwunden ist. Das ist die sicherste Methode überhaupt.

Nur Lesen, nichts ändern: lsblk und blkid sind gefahrlos. Erst die Befehle im nächsten Schritt schreiben.

Ein Hinweis zum Pfad auf Debian

Auf Debian liegen die Werkzeuge zur Datenträgerverwaltung in /usr/sbin, und dieses Verzeichnis ist für normale Benutzer nicht im Suchpfad. Du bekommst dann:

$ parted --version
bash: parted: Kommando nicht gefunden

Das heißt nicht, dass es fehlt – nur dass du es mit sudo oder dem vollen Pfad aufrufen musst. Dasselbe gilt für fdisk, blkid und losetup. Auf Ubuntu ist der Pfad dagegen enthalten, weshalb dieselbe Anleitung dort anders wirkt.

Falls parted tatsächlich nicht installiert ist – auf einer minimalen Debian-Installation ist das der Fall:

sudo apt install parted

Der grafische Weg: GParted oder „Laufwerke“

Auf einem Desktop-System ist das der bequemere Weg.

Das Programm „Laufwerke“ (GNOME Disks) ist bei Ubuntu und Fedora vorinstalliert: Datenträger links auswählen, über das Menü „Datenträger formatieren“, dann eine Partition anlegen und ihr ein Dateisystem geben. Für eine einfache Datenplatte genügt das völlig.

GParted kann mehr – verschieben, vergrößern, verkleinern:

sudo apt install gparted

Zwei Dinge dort beachten: Rechts oben wählst du den Datenträger aus, und diese Auswahl ist die eigentliche Gefahrenquelle. Und GParted führt Änderungen erst aus, wenn du sie mit dem Haken bestätigst – bis dahin sind es Vormerkungen. Das ist eine Sicherheitsnetz, das die Kommandozeile nicht hat.

Ist die Platte schon eingehängt, musst du sie in GParted zuerst aushängen (Rechtsklick → „Aushängen“), sonst sind die Optionen ausgegraut.

Der Weg über die Kommandozeile

Auf einem Server die einzige Möglichkeit – und schneller, wenn man die vier Befehle kennt.

Partitionstabelle und Partition anlegen

sudo parted -s /dev/sdb mklabel gpt
sudo parted -s /dev/sdb mkpart primary ext4 1MiB 100%
sudo partprobe /dev/sdb

Der erste Befehl legt eine GPT-Partitionstabelle an. Nimm GPT, nicht das alte MBR: MBR kann keine Datenträger über 2 TB und nur vier primäre Partitionen. Der zweite Befehl erzeugt eine Partition über den gesamten Platz, beginnend bei 1 MiB – dieser Versatz sorgt für die richtige Ausrichtung auf moderne Datenträger und ist bei SSDs für die Geschwindigkeit relevant.

Das Ergebnis kontrollieren:

$ sudo parted -s /dev/sdb print
Model: ATA Samsung SSD (scsi)
Disk /dev/sdb: 537MB
Sector size (logical/physical): 512B/512B
Partition Table: gpt

Number  Start   End    Size   File system  Name     Flags
 1      1049kB  536MB  535MB               primary

Unter „File system“ steht noch nichts – die Partition existiert, ist aber leer. Das kommt jetzt.

Dateisystem anlegen

sudo mkfs.ext4 -L daten /dev/sdb1

Beachte das angehängte 1: Du formatierst die Partition /dev/sdb1, nicht den Datenträger /dev/sdb. Formatierst du versehentlich den Datenträger selbst, ist die Partitionstabelle weg.

Das -L daten setzt eine Bezeichnung, die später in lsblk -f auftaucht – ausgesprochen praktisch, wenn mehrere Platten im System stecken. Aus der Ausgabe von mkfs ist eine Zeile wichtig:

Filesystem UUID: 5645820c-e715-4d09-b072-22cc76ec9184

Das ist die Kennung, die du gleich brauchst.

Welches Dateisystem?

Dateisystem Wofür Befehl
ext4 Der Standard für Linux. Ausgereift, schnell, unkompliziert. mkfs.ext4
btrfs Wenn du Schnappschüsse und Prüfsummen willst. mkfs.btrfs
xfs Sehr große Dateien, etwa Videoarchive. mkfs.xfs
exFAT Platte soll auch an Windows und macOS. mkfs.exfat
NTFS Nur wenn es Windows zwingend verlangt – unter Linux keine Rechteverwaltung. mkfs.ntfs -Q

Für eine Datenplatte im Linux-Server: ext4. Für eine externe Platte, die zwischen Systemen wandert: exFAT. Alles andere brauchst du nur, wenn du weißt, warum.

Prüfen, was entstanden ist

$ sudo blkid /dev/sdb1
/dev/sdb1: LABEL="daten" UUID="5645820c-e715-4d09-b072-22cc76ec9184" BLOCK_SIZE="4096" TYPE="ext4" PARTUUID="54212e4f-1720-4629-8d6d-a74d7bf2efe6"

Zeigt lsblk das neue Dateisystem nicht an, liegt das an zwischengespeicherten Informationen, nicht an einem Fehler. Einmal neu einlesen:

sudo partprobe /dev/sdb
sudo udevadm settle
lsblk -f /dev/sdb
NAME   FSTYPE FSVER LABEL  UUID                                 MOUNTPOINTS
sdb
└─sdb1 ext4   1.0   daten  5645820c-e715-4d09-b072-22cc76ec9184

Schritt 3: Einbinden – jetzt kommt der wichtige Teil

Zum Ausprobieren genügt:

sudo mkdir -p /mnt/daten
sudo mount /dev/sdb1 /mnt/daten
df -h /mnt/daten
Dateisystem    Größe Benutzt Verf. Verw% Eingehängt auf
/dev/sdb1       468M    141K  439M    1% /mnt/daten

Nach einem Neustart ist das weg. Ein Befehl mount gilt nur für die laufende Sitzung. Damit die Platte dauerhaft eingebunden wird, muss sie in /etc/fstab.

Warum die UUID und nicht /dev/sdb1

Das ist der Kern dieses Artikels. Gerätenamen wie sda, sdb, sdc vergibt der Kernel in der Reihenfolge, in der er die Geräte erkennt. Diese Reihenfolge ist nicht garantiert.

Konkret: Du trägst /dev/sdb1 in die fstab ein, alles läuft. Ein halbes Jahr später steckst du eine weitere Platte an – und plötzlich ist deine Datenplatte sdc, während sdb die neue ist. Beim Start versucht das System, die neue, unformatierte Platte an deinen Datenpfad zu hängen. Im günstigen Fall bleibt der Ordner leer, im ungünstigen bootet das System in einen Notfallmodus.

Die UUID klebt am Dateisystem, nicht am Anschluss. Sie bleibt gleich, egal an welchem Port die Platte hängt oder wie viele andere daneben stecken.

sudo blkid -s UUID -o value /dev/sdb1

Der fstab-Eintrag

Erst eine Sicherung anlegen – die fstab ist eine Datei, bei der ein Fehler den Start verhindert:

sudo cp /etc/fstab /etc/fstab.bak

Dann die Zeile anhängen:

UUID=5645820c-e715-4d09-b072-22cc76ec9184  /mnt/daten  ext4  defaults,nofail  0  2

Die sechs Felder:

Feld Bedeutung
UUID=... Was eingebunden wird
/mnt/daten Wohin – das Verzeichnis muss existieren
ext4 Das Dateisystem
defaults,nofail Optionen, siehe unten
0 Sicherung durch dump – praktisch immer 0
2 Prüfreihenfolge beim Start: 1 für die Systemplatte, 2 für alle anderen, 0 für keine Prüfung

nofail ist die wichtigste Option für alles außer der Systemplatte. Ohne sie hält das System beim Start an, wenn die Platte fehlt – bei einer externen Platte, die gerade nicht angesteckt ist, also regelmäßig. Mit nofail wird sie übersprungen.

Bei einer USB-Platte lohnt zusätzlich x-systemd.device-timeout=10, damit das System nicht 90 Sekunden auf sie wartet.

Der Test, den du nicht auslassen darfst

Ein Fehler in der fstab zeigt sich sonst erst beim Neustart – und dann sitzt du vor einem System im Notfallmodus. Deshalb immer:

sudo umount /mnt/daten
sudo systemctl daemon-reload
sudo mount -a

Läuft mount -a ohne Ausgabe durch, ist die Zeile in Ordnung. Prüfen:

$ findmnt /mnt/daten
TARGET      SOURCE     FSTYPE OPTIONS
/mnt/daten  /dev/sdb1  ext4   rw,relatime

Das systemctl daemon-reload gehört dazu, weil systemd aus der fstab eigene Einheiten erzeugt und sonst mit dem alten Stand arbeitet.

Rechte setzen

Nach dem Einbinden gehört die Platte root, du kannst als normaler Benutzer nicht schreiben:

sudo chown $USER:$USER /mnt/daten

Bei mehreren Benutzern besser über eine Gruppe:

sudo chgrp daten /mnt/daten
sudo chmod 2775 /mnt/daten

Die führende 2 setzt das setgid-Bit: Neue Dateien gehören dann automatisch der Gruppe, nicht dem anlegenden Benutzer. Für eine gemeinsam genutzte Platte ist das genau das Richtige.

Platten, die sich bewährt haben

Für Datenplatten im Dauerbetrieb lohnen NAS-Modelle – sie sind auf laufenden Betrieb ausgelegt.

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Häufige Fragen

Wie formatiere ich eine Festplatte im Linux-Terminal?

In drei Befehlen: sudo parted -s /dev/sdX mklabel gpt, sudo parted -s /dev/sdX mkpart primary ext4 1MiB 100%, dann sudo mkfs.ext4 -L name /dev/sdX1. Vorher mit lsblk prüfen, welcher Buchstabe dein Datenträger ist.

Welches Dateisystem soll ich für Linux nehmen?

ext4, wenn du nicht einen bestimmten Grund für etwas anderes hast. Für Schnappschüsse btrfs, für Austausch mit Windows exFAT.

Meine Platte ist nach dem Neustart nicht mehr da.

Dann fehlt der Eintrag in /etc/fstab – mount allein gilt nur für die laufende Sitzung. Siehe den Abschnitt oben.

Das System startet nach meiner fstab-Änderung nicht mehr.

Meist landest du in einer Notfall-Eingabeaufforderung. Dort mount -o remount,rw / ausführen, dann die fstab korrigieren oder deine Sicherung zurückkopieren. Vermeiden lässt sich das mit sudo mount -a vor dem Neustart und mit nofail in den Optionen.

Kann ich eine Platte formatieren, ohne Daten zu verlieren?

Nein. Formatieren legt ein neues, leeres Dateisystem an. Wenn du nur eine Partition verkleinern willst, um Platz zu schaffen, geht das mit GParted ohne Datenverlust – mit Sicherung vorher, denn dabei werden Daten verschoben.

Wie lösche ich Daten sicher, bevor ich die Platte weitergebe?

Bei einer SSD über den eingebauten Löschbefehl (blkdiscard oder ein Secure Erase per hdparm), bei einer Festplatte genügt einmaliges Überschreiben mit shred -n 1 -v /dev/sdX. Mehrfaches Überschreiben ist bei heutigen Platten nicht nötig.

Und wenn die Platte gar nicht erkannt wird?

Dann liegt es nicht am Formatieren. Ursachen und Vorgehen stehen in Festplatte oder SSD wird nicht erkannt; ob eine gebrauchte Platte noch taugt, klärt Externe Festplatte testen.

Fazit

Partitionieren und formatieren ist die einfache Hälfte – drei Befehle, fünf Minuten. Die Sorgfalt gehört an zwei andere Stellen: vorher prüfen, welchen Datenträger man erwischt hat, weil ein Fehler dort nicht rückgängig zu machen ist. Und dauerhaft über die UUID einbinden, weil Gerätenamen sich ändern und ein System, das deshalb nicht mehr startet, am unpassendsten Moment auffällt.

Der eine Befehl, den man sich merken sollte, ist sudo mount -a nach jeder Änderung an der fstab. Er kostet eine Sekunde und erspart im Ernstfall einen Abend im Notfallmodus.

Passend dazu: Festplatte klonen, wenn du umziehst statt neu anzulegen, und NAS selber bauen, wenn aus einer Platte mehrere werden. Die Grundbefehle stehen in Linux-Befehle für den Alltag.

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