2 Wer Stahl zuschneidet und schweißt, muss anzeichnen, und zwar so, dass man die Markierung auf rostigem, verzundertem Metall auch draußen noch sieht. Für den Bau des Ständerwerks meiner PV-Anlage habe ich mir dafür das Bleispitz Profi-Marker Schweißer-Set gekauft: zwei Druckbleistifte aus Metall, einer mit roter, einer mit weißer Mine, dazu 15 Ersatzminen. Nach vielen Metern angezeichnetem Stahlprofil kann ich sagen: Die Marker sind top. Mit einer Einschränkung bei Kälte und einem Ärgernis im Deckel. Anzeichnen am Maßband: Der rote Strich ist auf dem rostigen Profil sofort zu sehen. Das Wichtigste in Kürze Die rote Mine ist auf Stahl mit Rost und Zunder gut sichtbar, hielt bei mir beim Schweißen und ist in der Sonne nicht geschmolzen. Unter etwa 0 °C wird die rote Mine aber so hart, dass sie auf Stahl kaum noch einen sichtbaren Strich hinterlässt, obwohl der Hersteller sie ab −20 °C angibt. Die weiße Specksteinmine ist für Kälte und Hitze gedacht und war bei mir auch bei Minusgraden gut zu sehen. Zusammen decken beide Marker alle Situationen ab, die ich auf der Baustelle hatte. Schwachpunkt ist der Spitzer im Deckel: Die rote Mine verklebt ihn, und er lässt sich kaum reinigen. Was im Set steckt Das Set: zwei Marker aus eloxiertem Metall, dazu 15 Ersatzminen. Merkmal Bleispitz Profi-Marker Schweißer-Set Inhalt 2 Marker mit Minen, 10 weiße Ersatzminen (Speckstein), 5 rote Ersatzminen (Allesschreiber) Gehäuse eloxiertes Metall mit Clip Rote Mine Allesschreiber für fast alle Materialien, laut Hersteller für −20 °C bis +30 °C Weiße Mine Speckstein für Schweißnähte und Schnittkanten, hitzebeständig bis 2000 °C, durch Schweißschutzglas sichtbar Spitzer in der abschraubbaren Kappe Hersteller Bleispitz GmbH, Deutschland Preis ca. 24,69 € bei Amazon (4,6 von 5 Sternen bei 211 Bewertungen) Die Produktnamen in der Tabelle sind Affiliate-Links zu Amazon. Kaufst du darüber, erhalte ich eine kleine Provision – der Preis ändert sich für dich nicht. Die Rückseite erklärt die Aufgabenteilung: Speckstein bis 2000 °C, Allesschreiber für −20 bis +30 °C. Die Marker funktionieren wie ein Fallminenstift: Hinten drücken, die Mine rutscht nach vorn, beim Loslassen klemmt sie fest. Das Gehäuse ist aus Metall und hat einen stabilen Clip, mit dem der Marker in der Brusttasche oder am Hosenbund bleibt. Metall anreißen in der Praxis: ein Ständerwerk für die PV-Anlage Das Ergebnis: das geschweißte Ständerwerk für die PV-Module. Jeder Schnitt und jede Naht wurde vorher angezeichnet. Das Ständerwerk besteht aus Stahlprofilen, die ich draußen zugeschnitten, gebohrt und verschweißt habe. Angezeichnet wird dabei ständig: Schnittlängen, Bohrpunkte, die Lage der Querstreben. Gearbeitet habe ich über einen längeren Zeitraum und bei ganz unterschiedlichem Wetter, von praller Sonne bis Frost. Wie man sieht, habe ich die Marker reichlich benutzt. Markierstift für Metall: Sichtbarkeit auf Rost und Zunder Das war der eigentliche Grund für den Kauf. Stahlprofil aus dem Lager ist selten blank: Es hat Walzzunder, Flugrost oder beides. Ein normaler Bleistift hinterlässt darauf einen grauen Strich auf grauem Grund, den man nur im richtigen Licht findet. Der rote Strich des Bleispitz-Markers springt dagegen sofort ins Auge, auch aus einiger Entfernung und auf rostiger Oberfläche, wie das Foto oben zeigt. In der Sonne liegen gelassen Auf einer Baustelle im Garten liegt das Werkzeug dort, wo man es zuletzt gebraucht hat, oft stundenlang in der Sonne auf dunklem Stahl. Die Minen sind dabei nicht geschmolzen und nicht weich geworden. Das klingt banal, ist es aber nicht: Gerade bei weichen Markierminen ist das keine Selbstverständlichkeit. Beim Schweißen Die rote Markierung blieb bei mir auch beim Schweißen stehen und ist nicht weggebrannt. Ich konnte also bis zum Schluss sehen, wo die Naht hin sollte. Offiziell ist laut Hersteller die weiße Specksteinmine die hitzefeste, für bis zu 2000 °C. Wer direkt in der Naht oder an Brennschnittkanten markieren will, sollte deshalb zur weißen Mine greifen. Der Haken: die rote Mine bei Kälte Hier hat mich das Set überrascht. Der Hersteller gibt die rote Allesschreibermine für −20 °C bis +30 °C an. In meiner Praxis funktionierte sie aber nur bis etwa 0 °C. Darunter wurde die Mine so hart, dass sie auf Stahl keine gut sichtbare Markierung mehr hinterlassen hat. Sie gleitet dann eher über das Metall, als dass sie abfärbt. Die Lösung lag im selben Set: Die weiße Specksteinmine hat auch bei Minusgraden einwandfrei markiert. Ihr Strich war problemlos zu sehen. Wie weit es nach unten geht, habe ich nicht ausprobiert, so kalt wurde es bei mir nicht. Die Kombination hat mir völlig gereicht, um bei jedem Wetter arbeiten zu können: rot bei Plusgraden, weiß bei Frost. Welche Mine wofür: Herstellerangaben und meine Erfahrung im Vergleich. Die beiden Marker: oben die rote Allesschreibermine, unten die weiße Specksteinmine. Das Ärgernis: der Spitzer im Deckel Einziges echtes Manko am Set ist der Spitzer in der Kappe. Für die rote Mine taugt er nichts. Die Mine ist leicht speckig, ihr Abrieb setzt sich im Spitzer fest und bleibt kleben. Reinigen lässt er sich kaum, weil man in die kleine Öffnung nicht richtig hineinkommt. Zur Not reicht er, eine Dauerlösung ist er nicht. Der Spitzer in der Kappe nach einigen Einsätzen: Die rote Mine setzt ihn zu. Als Ausweg bietet sich an, die rote Mine mit einem Cuttermesser oder auf Schleifpapier anzuspitzen. Für das Anzeichnen auf Stahl muss die Spitze ohnehin nicht nadelfein sein. Im Vergleich zu meinen anderen Markern Zwei andere Marker habe ich hier im Blog schon im Tieflochmarker-Test mit dem Pica Dry und dem Pica Powder 2020 vorgestellt. Für Stahl im Freien sind beide nicht die richtige Wahl: Pica Dry: schreibt mit einer Graphitmine, also im Prinzip mit Bleistift. Auf Stahl mit Zunder ist so ein Strich kaum zu erkennen. Pica Powder 2020: sprüht neongrüne Kreide. Zum Schreiben ist er nicht gemacht, und draußen würde der Wind die Kreide sofort wegwehen. Spätestens wenn man das Werkstück mit dem Winkelschleifer bearbeitet, ist der Punkt weg. Beide Pica-Marker haben ihre Stärken, beim Bohren in Wände. Für Metallbau draußen ist der Bleispitz-Marker klar besser. Marker Markiert mit Auf rostigem Stahl Beim Schweißen Draußen bei Wind Bleispitz Profi-Marker Schweißer-Set roter Allesschreiber und weißer Speckstein sehr gut sichtbar rot hielt bei mir, weiß laut Hersteller bis 2000 °C unproblematisch Pica Dry Graphit kaum sichtbar nicht dafür gemacht unproblematisch Pica Powder 2020 Kreidepulver, neongrün sichtbar nicht dafür gemacht wird weggeweht Die Produktnamen in der Tabelle sind Affiliate-Links zu Amazon. Kaufst du darüber, erhalte ich eine kleine Provision – der Preis ändert sich für dich nicht. Für wen sich das Set lohnt Für Heimwerker, die mit Stahl arbeiten: Metallbau im Garten, Carport, Ständerwerke, Geländer, Anhänger. Für Schweißer, die eine Markierung brauchen, die die Naht übersteht. Für alle, die draußen bei jedem Wetter arbeiten, dank der zwei Minen. Weniger sinnvoll für Feinarbeiten mit Anreißnadel-Genauigkeit. Dafür ist ein Strich mit 0,5 mm zu breit, und eine Anreißnadel ist präziser. Was mir gefällt Roter Strich auf Rost und Zunder sehr gut sichtbar Markierung hielt bei mir beim Schweißen Minen schmelzen in der Sonne nicht Weiße Mine funktioniert auch bei Frost Robustes Metallgehäuse mit Clip Viele Ersatzminen im Set Was mir nicht gefällt Rote Mine unter etwa 0 °C zu hart, entgegen der Herstellerangabe von −20 °C Spitzer in der Kappe verklebt mit der roten Mine und ist kaum zu reinigen Fazit Das Bleispitz Profi-Marker Schweißer-Set hat beim Bau meines PV-Ständerwerks genau das getan, was ein Marker auf der Metallbaustelle tun muss: gut sichtbar auf rostigem Stahl markieren, Sonne und Schweißen überstehen und bei Frost eine Alternative bieten. Ich bin damit top zufrieden. Die Angabe zur roten Mine bei Kälte hält in meiner Praxis nicht, aber die weiße Mine fängt das auf. Wer den Spitzer in der Kappe nicht für die rote Mine benutzt, hat mit dem Set kaum Grund zur Klage. Wer Stahl nicht nur schweißen, sondern auch verbinden will, wo Schweißen nicht passt, findet im Ratgeber Hartlöten die passende Technik. Häufige Fragen Welche Mine des Bleispitz-Markers ist für das Schweißen gedacht? Laut Hersteller die weiße Specksteinmine, die bis 2000 °C hitzebeständig ist. Bei mir hat auch die rote Markierung das Schweißen überstanden, offiziell ist sie dafür aber nicht ausgelegt. Funktioniert der Schweißmarker bei Frost? Die rote Mine wurde bei mir unter etwa 0 °C zu hart und markierte kaum noch. Die weiße Specksteinmine hat auch bei Minusgraden gut sichtbar markiert. Wie spitzt man die rote Mine am besten an? Mit einem Cuttermesser oder auf Schleifpapier. Der Spitzer in der Kappe verklebt mit der roten Mine und lässt sich kaum reinigen. Warum nicht einfach einen Bleistift oder Schweißerkreide zum Metall anreißen? Ein Graphitstrich ist auf Stahl mit Zunder oder Rost kaum zu erkennen. Klassische Schweißerkreide aus Speckstein funktioniert, bricht aber leicht und hat keinen Halter. Der Bleispitz-Marker steckt die Specksteinmine in ein Metallgehäuse mit Clip und bringt zusätzlich die rote Mine mit. Gibt es Ersatzminen für den Bleispitz-Marker? Im Set sind bereits 10 weiße und 5 rote Ersatzminen enthalten. Damit kommt man bei einem Projekt wie meinem Ständerwerk lange aus. Anzeichnen und SchweißenDas Set aus dem Test und was beim Metallbau dazu passt.Bleispitz Profi-Marker Schweißer-SetAuf Amazon ansehenBleispitz Ersatzminen rot und weißAuf Amazon ansehenAnreißnadel HartmetallAuf Amazon ansehenStahlmaßband 5 mAuf Amazon ansehenSchweißmagnet WinkelAuf Amazon ansehen* Affiliate-Links: Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Käufen. Bitte prüfe die Kompatibilität mit deinem System. 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