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Kast Card im Test: USD-Konto mit Visa-Karte auf Stablecoin-Basis als Revolut-Backup

by Dimitri Roschkowski
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Ich nutze Revolut seit rund acht Jahren und bin damit zufrieden. Trotzdem wollte ich eine zweite Karte, die unabhängig von Revolut funktioniert, nach den vielen Berichten über gesperrte Konten und spätestens seit dem Google-Cloud-Ausfall, der Revolut am 20. Oktober stundenlang lahmgelegt hat. Gelandet bin ich bei Kast: ein USD-Konto mit Visa-Karte, das auf Stablecoins aufbaut. In diesem Erfahrungsbericht zeige ich, wie die Eröffnung lief, was die Karte kostet, wo die Haken liegen und für wen sich Kast als Backup eignet.

Das Wichtigste in Kürze

  • Was es ist: Ein Konto in US-Dollar mit Visa-Karte. Guthaben werden als Stablecoins (USDC, USDT) gehalten. Kast ist ein Fintech, keine Bank.
  • Eröffnung: Bei mir in wenigen Minuten: Daten eingeben, Ausweis fotografieren, Selfie. IBAN für Einzahlungen und Karte kamen sofort, Apple Pay inklusive.
  • Kosten: Die Standard-Stufe ist kostenlos und bringt 1,5 Prozent Cashback. Premium kostet 1.000 US-Dollar im Jahr, das ist mir zu viel.
  • Haken: Währungsrisiko durch das USD-Konto, schlechterer Kurs bei Krypto-Einzahlungen, keine Einlagensicherung, gemischte Bewertungen.
  • Mein Fazit: Eine gute Alternative oder zumindest ein Backup zu Revolut, aber kein Ersatz für ein Girokonto.

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Was ist Kast?

Kast nennt sich selbst „the global money app powered by stablecoins“. Im Kern ist es ein Konto, das in US-Dollar geführt wird. Das Guthaben liegt nicht auf einem Bankkonto, sondern als Stablecoin, also als Krypto-Token, der 1:1 an den Dollar gekoppelt ist, etwa USDC oder USDT. Darauf aufgesetzt ist eine Visa-Karte, mit der man überall bezahlt, wo Visa akzeptiert wird. Kast gibt es seit Ende 2024, laut Unternehmen ist die App in über 170 Ländern nutzbar, darunter Deutschland, Österreich und die Schweiz.

Zwei Screenshots der Kast-App: Zahlungswege zum Empfangen (Stablecoin, Kast-Nutzer, USD per SWIFT, EU-Überweisung per SEPA) und zum Senden (Stablecoin, Kast-Nutzer, Instant Payout, USD per SWIFT, EUR-Auszahlung)
Die Zahlungswege in der App: Geld kommt per Stablecoin, von anderen Kast-Nutzern, per SWIFT in USD oder per SEPA in Euro herein – raus geht es als Stablecoin, an Kast-Nutzer, als Instant Payout in über 55 Länder, per SWIFT oder als EUR-Auszahlung auf ein EU-Konto.

Wichtig für die Einordnung: Kast ist keine Bank. Auf der Website heißt es ausdrücklich, Kast sei „a financial technology company, not a bank“; Konten, Karten und Verwahrung stellen lizenzierte Partner bereit. Als Kartenherausgeber nennt die Kartenvereinbarung für Nicht-US-Kunden „Third National“. Eine gesetzliche Einlagensicherung wie bei einer Bank gibt es nicht.

Die drei Stufen und was sie kosten

Stufe Preis Cashback Karte
Standard 0 $ 1,5 % Visa Platinum
Premium 1.000 $ pro Jahr 2 % + 1 % in KAST Points Visa Infinite
Private 10.000 $ pro Jahr 3 % + 2 % in KAST Points Visa Infinite

Ich nutze die kostenlose Standard-Stufe. Die nächste Stufe für 1.000 Dollar im Jahr halte ich momentan für sehr viel, auch im Vergleich mit der American Express Platinum, die in Deutschland 720 Euro im Jahr kostet und dafür Reiseguthaben, Lounge-Zugang und Versicherungen mitbringt. Vielleicht wechsle ich irgendwann, wenn ich die Karte intensiver nutze, aber zum Ausprobieren reicht Standard völlig.

Gebühren laut Kartenvereinbarung

Posten Gebühr
Jahresgebühr Karte bis zu 20 $ (Standard-Stufe derzeit kostenlos)
Fremdwährung (Zahlungen nicht in USD) bis zu 2 %
Geldautomat 3 $ + 2 % pro Abhebung
Kleine Zahlungen unter 25 $ (nicht in USD) 0,20 $ pro Zahlung
Abgelehnte Transaktion bis zu 0,50 $
Einzahlung per Stablecoin laut Kast kostenlos

Der Posten „Fremdwährung“ ist für uns in Europa der wichtigste: Jede Zahlung in Euro ist aus Sicht des USD-Kontos eine Fremdwährungszahlung. Dazu kommt die Umrechnung zum Visa-Kurs. Wer die Karte täglich für Euro-Einkäufe nutzen will, sollte die effektiven Kosten in der App im Blick behalten.

Kontoeröffnung: in wenigen Minuten erledigt

Die Eröffnung war der angenehmste Teil. App installieren, Daten eingeben, Ausweis fotografieren, Selfie machen, fertig. Danach habe ich eine IBAN für Einzahlungen beantragt und die Karte bestellt. Beides war innerhalb weniger Minuten da, inklusive Apple Pay. Bei einer klassischen Bank wartet man auf das Video-Ident und die Post, hier war ich nach einer Viertelstunde einsatzbereit.

Drei Screenshots der Kast-App: Startbildschirm mit Standard-Stufe, virtuelle Visa Platinum unter „Cards“ und die Karte in Apple Wallet
Direkt nach der Eröffnung: Startbildschirm in der Standard-Stufe, die virtuelle Visa Platinum in der App und dieselbe Karte in Apple Wallet. Kontostände und Kartennummer habe ich unkenntlich gemacht.

Eine Kleinigkeit fiel mir erst in der Transaktionsliste auf: Am Tag der Eröffnung steht dort eine „Card fee“ von 2 US-Dollar. Die Standard-Stufe ist also kostenlos, die Karte selbst nicht ganz.

Die IBAN dient dazu, per normaler Überweisung Geld einzuzahlen. Das Geld landet dann als US-Dollar auf dem Konto, die Umrechnung übernimmt Kast. Alternativ zahlt man direkt Stablecoins oder andere Kryptowährungen ein.

Vergleichstabelle Revolut Metal und Kast Standard: Bank gegen Fintech, Euro gegen US-Dollar, Einlagensicherung, Kosten
Revolut und Kast im direkten Vergleich. Kast ist für mich die Ergänzung, nicht der Ersatz.

Der Haken: Das Konto läuft in US-Dollar

Das größte Problem ist die Währung. Das Konto wird in US-Dollar geführt, ich lebe und bezahle aber in Euro. Jede Einzahlung wird in Dollar getauscht, jede Zahlung in Euro wieder zurück. Dazwischen trage ich das Währungsrisiko: Fällt der Dollar gegenüber dem Euro, ist mein Guthaben weniger wert, ohne dass ich etwas getan habe. Wer größere Beträge länger auf dem Konto liegen lässt, sollte sich darüber im Klaren sein.

Screenshot der Kontoübersicht in der Kast-App: Gesamtguthaben, Reserve Account mit 4 % plus 4 % Bonus und USD-Guthaben
Die Kontoübersicht: Alles läuft in US-Dollar. Das „Reserve Account“ wirbt in der Standard-Stufe mit 4 Prozent plus 4 Prozent Bonus bis Mitte 2027, das Upgrade verspricht 12 Prozent – für mich kein Grund, Geld dort zu parken.

Krypto einzahlen: der Kurs ist schlechter

Man kann auch Kryptowährungen einzahlen, zum Beispiel Bitcoin, die Kast dann in Stablecoins umwandelt. Auch hier gibt es einen Haken: Der angebotene Wechselkurs liegt unter dem Marktkurs. Bei meinem Versuch stand Bitcoin bei 81.400 Dollar, Kast hat mir aber 79.500 Dollar als Kurs angezeigt. Das sind gut 2 Prozent Abschlag. Für kleine Beträge verschmerzbar, für größere Summen ist der Umweg über eine Börse und eine direkte Stablecoin-Einzahlung günstiger.

Was andere Nutzer berichten

Bei mir lief bisher alles problemlos. Fair ist aber, auch die andere Seite zu zeigen: Auf Trustpilot kommt Kast auf 2,4 von 5 Sternen bei 237 Bewertungen, 62 Prozent davon vergeben einen Stern. Die häufigsten Kritikpunkte sind gesperrte Konten nach Einzahlungen, abgelehnte Identitätsprüfungen ohne zweite Chance und ein Support, der wochenlang nicht antwortet. Ein Fintech ohne Einlagensicherung, das Konten auch mal „endgültig“ sperrt, ist nichts für das Ersparte. Genau deshalb ist Kast bei mir ein Backup mit überschaubarem Guthaben und kein Hauptkonto.

Für wen sich Kast eignet

  • Als Zweitkarte: Wenn die Hauptbank ausfällt oder ein Konto plötzlich eingeschränkt wird, kann man weiter bezahlen.
  • Für USD-Ausgaben: Wer ohnehin in Dollar bezahlt oder Einnahmen in Dollar hat, spart sich die doppelte Umrechnung.
  • Für Krypto-Nutzer: Wer Stablecoins hält, kann sie direkt ausgeben, ohne erst über eine Börse auf ein Bankkonto auszuzahlen.
  • Nicht geeignet: als Gehaltskonto, für größere Rücklagen oder für alle, die Einlagensicherung und einen deutschen Ansprechpartner wollen.

Fazit

Kast hat mich mit der Eröffnung überzeugt: Minuten statt Tage, Karte und Apple Pay sofort. Die kostenlose Stufe mit 1,5 Prozent Cashback reicht für ein Backup völlig. Die Schwächen sind klar: Das Guthaben liegt in US-Dollar, Krypto-Einzahlungen kosten rund 2 Prozent Abschlag, es gibt keine Einlagensicherung, und die Bewertungen anderer Nutzer sind gemischt. Als Alternative oder zumindest als Backup zu Revolut finde ich Kast trotzdem gut. Wer es ausprobieren will: Kast-Konto eröffnen (Empfehlungslink).

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Wie es bei mir mit Revolut läuft, steht im Beitrag Revolut Erfahrungen nach acht Jahren. Welche Banken und Apps sonst als Ersatz taugen, zeigt der Vergleich Revolut Alternativen 2026.

FAQ

Ist Kast eine Bank?

Nein. Kast ist ein Fintech, Konten, Karten und Verwahrung kommen von lizenzierten Partnern. Eine gesetzliche Einlagensicherung gibt es nicht.

In welcher Währung wird das Kast-Konto geführt?

In US-Dollar. Das Guthaben liegt als Stablecoin wie USDC oder USDT. Euro-Einzahlungen per IBAN werden in Dollar umgerechnet.

Was kostet die Kast Card?

Die Standard-Stufe ist kostenlos und bringt 1,5 Prozent Cashback. Premium kostet 1.000 Dollar im Jahr, Private 10.000 Dollar. Dazu kommen Gebühren für Fremdwährungszahlungen (bis 2 Prozent) und Geldautomaten (3 Dollar plus 2 Prozent).

Funktioniert Kast mit Apple Pay?

Ja. Bei mir war die Karte direkt nach der Eröffnung in Apple Pay nutzbar.

Kann ich Bitcoin bei Kast einzahlen?

Ja, Kast wandelt die Einzahlung in Stablecoins um. Der angebotene Kurs lag bei meinem Versuch gut 2 Prozent unter dem Marktkurs.

Ist Kast eine Alternative zu Revolut?

Als Zweitkarte und für USD-Ausgaben ja. Als Hauptkonto mit Gehaltseingang und Rücklagen nein, dafür fehlen Euro-Konto und Einlagensicherung.

Quellen

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