Home NachrichtenUniFi Network 11 ist da: Live Flows, WLAN-Backup und Matter – aber Aus für USG und selbst gehosteten Controller

UniFi Network 11 ist da: Live Flows, WLAN-Backup und Matter – aber Aus für USG und selbst gehosteten Controller

by Dimitri Roschkowski
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Ubiquiti hat UniFi Network 11 veröffentlicht. Die Version 11.0.83 ist seit dem 12. Oktober 2026 verfügbar und bringt eine neu entwickelte Statistik-Engine, Live-Datenflüsse, WLAN als Backup-Internet, SD-WAN-Richtlinien und eine Matter- und Thread-Integration. Vor dem Update sollte man aber die Release Notes kennen: Die Statistik-Historie wird gelöscht, das USG wird nicht mehr unterstützt, und die selbst gehostete Network Application ebenfalls nicht.

Bevor du updatest: Das musst du wissen

Die wichtigsten Punkte aus den offiziellen Release Notes, die im Ankündigungs-Blog von Ubiquiti nicht stehen:

  • UniFi OS 6.0 oder neuer ist Pflicht. Mehrere neue Funktionen brauchen sogar UniFi OS 6.0.10.
  • Die Datenbank wechselt auf PostgreSQL. Das Update kann laut Ubiquiti bis zu 20 Minuten dauern.
  • Die bisherige Statistik-Historie wird gelöscht. Nach dem Update beginnen die Statistiken bei null. Wer Verlaufsdaten braucht, sollte sie vorher sichern oder exportieren.
  • Kein USG mehr: Das alte UniFi Security Gateway wird nicht mehr unterstützt. Network 10.6 ist die letzte Version für das USG.
  • Keine selbst gehostete Network Application mehr: Wer den Controller bisher selbst auf einem Server, in Docker oder auf einem Raspberry Pi betreibt, bekommt Network 11 dort nicht. Ubiquiti verweist auf UniFi OS Server als offiziellen Ersatz.
  • Zonenbasierte Firewall für alle: Alle Sites werden automatisch auf die Zone-Based Firewall umgestellt. Eigene Firewall-Regeln sollte man nach dem Update kontrollieren.

Unsere Empfehlung: Vor dem Update ein Backup der Konsole anlegen und das Update nicht auf einer produktiv genutzten Anlage am Freitagabend einspielen. Wer ein USG oder einen selbst gehosteten Controller nutzt, bleibt vorerst auf Version 10.6.

Neue Statistik-Engine und Live Flows

Die Telemetrie wurde laut Ubiquiti komplett neu entwickelt und skaliert um mehr als 30 Prozent besser. Sichtbar wird das an drei Funktionen:

  • Live Flows: aktive Verbindungen jedes Geräts am UniFi-Gateway in Echtzeit ansehen und bei Bedarf direkt beenden.
  • Time Machine in der Topologie: Die Netzwerkkarte lässt sich zurückspulen, um zu sehen, wie das Netz zu einem früheren Zeitpunkt aussah.
  • Mehr in den Traffic Flows: Namen der Firewall-Regel bei erlaubten Verbindungen, eine Spalte für Anwendungen, optionales Logging pro Firewall-Regel. Lokale DNS-Anfragen werden jetzt als DNS erkannt.
Die neue Telemetrie in UniFi Network 11 (Video: Ubiquiti)
Topologie-Ansicht in UniFi Network 11 mit Time-Machine-Funktion
Die Topologie mit Time Machine zeigt, wie das Netz früher aussah. (Bild: Ubiquiti)

Neues für UniFi-Gateways

  • WiFi Uplink: Das Gateway kann sich mit einem WLAN in der Nähe verbinden, etwa mit dem Hotspot des Smartphones, und es als Backup-Internet nutzen. Laut Release Notes unterstützen das bisher nur der Dream Router 7, der Dream Router 5G Max, der UniFi Express 7 und das Cloud Gateway Industrial.
  • Externe Netzwerklisten: Listen mit Domains oder IP-Adressen lassen sich jetzt aus externen Quellen per URL einbinden. Firewall-Regeln und Routing-Richtlinien bleiben damit automatisch aktuell, etwa mit öffentlichen Blocklisten.
  • Mehr VLANs: Das VLAN-Limit wurde erhöht.
  • IPIP-WAN für japanische IPv4-über-IPv6-Anschlüsse.
Einstellung WiFi Uplink in UniFi Network 11 mit verbundenem Smartphone-Hotspot
WiFi Uplink: Ein Smartphone-Hotspot wird zum Backup-Internet. (Bild: Ubiquiti)

Beim WiFi Uplink nutzt das Gateway eines seiner Funkmodule als Client. Laut der Oberfläche wird dafür ein Kanal im 5-GHz-Band belegt, die automatische Kanalwahl pausiert so lange.

Sicherheit: KI-Erklärungen bei Bedrohungen

Mit dem kostenpflichtigen Abo CyberSecure Enhanced, das täglich aktualisierte Bedrohungssignaturen von Proofpoint liefert, gibt es jetzt KI-gestützte Erklärungen zu erkannten Bedrohungen. Sie sollen Umfang, Risiko und Auswirkungen verständlich machen und konkrete Handlungsempfehlungen geben.

Schema von UniFi CyberSecure mit Proofpoint-Bedrohungsdaten und Cloudflare-Inhaltsfilter
CyberSecure: Bedrohungsdaten von Proofpoint, jetzt mit KI-Erklärungen. (Bild: Ubiquiti)

SD-WAN-Richtlinien für mehrere Standorte

Für Installationen mit mehreren Standorten kommen SD-WAN-Richtlinien hinzu: Datenverkehr lässt sich nach Ziel und Leitungsqualität über bestimmte Standorte leiten, mit festlegbaren Grenzwerten für Paketverlust, Latenz und Jitter. Dafür ist Site Manager 5.10.2 oder neuer nötig. Für das typische Heimnetz spielt das keine Rolle.

SD-WAN-Richtlinien in UniFi Network 11 mit Hub und mehreren Standorten
SD-WAN-Richtlinien verteilen den Verkehr zwischen Hub und Standorten. (Bild: Ubiquiti)

Matter und Thread im UniFi-Netz

Die für Smart-Home-Nutzer spannendste Neuerung: UniFi wird „Matter-aware“. Über den Matter-Kopplungscode lassen sich Geräte in UniFi aufnehmen, ohne den bisherigen Matter-Controller wie Apple Home oder Home Assistant zu ersetzen. UniFi zeigt dann Batteriestand, Firmware und Signalstärke an.

Erstmals erscheinen IP-Geräte und Thread-Geräte gemeinsam in der Topologie, inklusive eigener Alarme, wenn ein wichtiges Gerät die Verbindung verliert. Voraussetzungen laut Release Notes: UniFi OS 6.0.10 auf dem Gateway, aktiviertes mDNS und IPv6 im Netz, in dem die Thread-Border-Router hängen.

Matter- und Thread-Geräte in UniFi Network 11 (Video: Ubiquiti)
Ansicht der Matter- und Thread-Geräte in UniFi Network 11 mit Thread-Border-Routern
Thread-Border-Router und Matter-Geräte erscheinen direkt in UniFi. (Bild: Ubiquiti)

Wer mehr über den Standard wissen will: Unser Ratgeber zu Matter im Smart Home erklärt die Grundlagen.

Eigene Gerätesymbole und weitere Verbesserungen

Erkennt UniFi ein Gerät falsch, kann man jetzt ein eigenes Symbol anlegen: per Foto mit der UniFi-App oder per Upload im Browser. Dazu kommen ein neuer Alarm für Client-Verbindungen und zahlreiche kleinere Verbesserungen:

Smartphone erstellt mit der UniFi-App ein eigenes Gerätesymbol aus einem Foto eines 3D-Druckers
Eigene Gerätesymbole entstehen direkt aus einem Foto. (Bild: Ubiquiti)
Benachrichtigung über einen neu verbundenen Client in der UniFi-App
Neu: Alarme, wenn sich bestimmte Geräte verbinden. (Bild: Ubiquiti)
  • Selbsttest der Batterie und Fernneustart für UniFi-USV-Geräte
  • Mehrere Clients gleichzeitig bearbeiten, entfernen oder sperren
  • Länderauswahl im Kanalplan, verbesserte Channel AI
  • Paketmitschnitt direkt im Funk-Seitenpanel
  • stabileres Switch-Stacking, überarbeitete Einstellungen für 802.1X, RADIUS, VPN und Routing
  • Site-to-Site-OpenVPN mit zusätzlichen Verschlüsselungsoptionen
  • Sprache und Zeit werden jetzt zentral über den Site Manager verwaltet

Behoben wurden unter anderem ein Fehler, bei dem isolierte Netzwerke den Verkehr in die VPN-Zone nicht abgeschottet haben, und ein Fehler, bei dem Gutscheine im Hotspot eine erfolgreiche Anmeldung meldeten, ohne Internetzugang zu geben.

Einordnung

Network 11 ist ein großes Update mit echten Neuerungen, aber auch mit Schnitten. Für Nutzer einer aktuellen UniFi-Konsole überwiegen die Vorteile: Live Flows, Time Machine und Matter-Integration sind im Alltag nützlich. Härter trifft es Nutzer, die ihren Controller selbst hosten oder noch ein USG im Einsatz haben. Für sie endet mit Version 10.6 die Weiterentwicklung. Wer auf UniFi OS Server umsteigen will, sollte den Umzug sorgfältig planen.

Zum Nachlesen: unser UniFi-Einrichtungs-Guide, die Neuerungen in UniFi Network 10.6 und die neuen Geräte der UniFi-Industrial-Reihe, deren U7 Industrial Network 11 voraussetzt.

Quellen: Ubiquiti-Blog: Introducing UniFi Network 11, Release Notes UniFi Network Application 11.0.83. Alle Bilder und Videos: Ubiquiti.

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