Test: Zeckenhalsband für Hunde

Sehr bald bricht die neue Zeckensaison an und viele Hundehalter fragen sich, wie sie ihren Hund vor den Plagegeistern schützen können. Hilft ein Zeckenhalsband? Auch ich habe mir diese Frage gestellt und habe dazu zahlreiche Recherchen angestellt. Die Ergebnisse möchte ich mit euch hier in dem Beitrag teilen.

Vorab nur ganz kurz gesagt: Solltet Ihr noch Fragen haben, könnt ihr mir diese gerne unten im Kommentar-Feld stellen. Anderenfalls wendet euch bitte an euren Tierarzt. Er kann euch am besten beraten, welche Risiken und Nebenwirkungen es gibt. 

Risikoabwägung

Zunächst einmal sollte man sich bewusst sein, dass – egal welches Anti-Zecken-Mittel man einsetzt, man den Hund einem Risiko aussetzt. Setzt man kein Mittel ein, so kann der Hund an den Krankheiten erkranken, die von Zecken übertragen werden. Ich habe das Risiko durchkalkuliert. Wenn ich mit den Hunden eine Stunde im Wald unterwegs war, dann habe ich in der Regel 20-30 Zecken auf jedem Hund mitgenommen. 1-2 Stück habe ich beim durchkämmen des Hundes nicht entdeckt, sodass sie zugebissen haben. 

Zecke beißt Hund

Deshalb war mir persönlich das Risiko zu groß, dass eine der Zecken eine Krankheit übertragen kann und diese dann tatsächlich an meinen Hund überträgt. Deshalb habe ich nach einer wirksamen Lösung gesucht. 

Naturmittel helfen leider nicht

Bevor ich zur Chemiekeule in Form eines Zeckenhalsbandes gegriffen habe, habe ich nach natürlichen Lösungen gesucht. In zahlreichen Tierhalter-Zeitschriften werden oft Bernsteinketten als Zeckenschutz angeboten. Nur daneben steht ganz klein geschrieben, dass die Wirkung auf Zecken wissenschaftlich noch nicht nachgewiesen wurde. Ich habe mich mit vielen Tierhaltern und Hunde-Trainern unterhalten. Kein einziger war von der Wirkung einer solchen Kette überzeugt. Sie ist mehr ein Schmuckstück als Anti-Zecken-Mittel.

Zeckenhalsband aus Bernstein

Auch andere natürliche Mittel wie Kokosöl, Schwarzkümmelöl oder Zistrosenkraut haben oft keine ausreichende Wirkung. Zwar berichten einzelne Hundehalter darüber, dass die Mittel denen geholfen haben. Aber eine durchgehende Wirksamkeit bei allen Hunden scheint es nicht zu geben.

Diese Mittel gibt es gegen Zecken

Zeckenhalsband

Das Zeckenhalsband ist wohl das beliebteste Mittel gegen Zecken. Das Halsband wird einfach dem Hund umgelegt. Durch die Körperwärme breiten sich die Wirkstoffe aus und verteilen sich auf der Haut und im Fell des Hundes. Die Idee des Zeckenhalsbandes ist, dass es als Repellent wirkt. Die Zecke wird vertrieben, bevor sie zustechen kann.

Wichtig ist allerdings nicht die Wirkung als Repellent, sondern das Töten von Zecken. Denn Stellen Sie sich vor, der Hund bringt 5 Zecken mit nach Hause. Das Zeckenhalsband wirkt und vertreibt die Zecken vom Hund. Die Zecken sind aber immer noch im Haus bzw. in der Wohnung. Was glauben Sie, wen die Zecken sich als nächstes Opfer suchen werden? 

Eine Anekdote dazu:

Die E-Technik Fakultät der Uni Karlsruhe (heute KIT) gab am Semester-Ende eine Grillparty und hat einige Studenten eingeladen. Ich war auch mit dabei. Die Party war in einem kleinen Wald in der Nähe des Gebäudes. Alles war gut. Doch als ich nach Hause kam, bemerkte ich bei mir auf dem Bauch etwas Schwarzes. Ich nahm dieses schwarze Teil in die Hand und schaute es mir genauer an. Und sofort wurde mir klar: ES IST EINE ZECKE! Voller Schreck wischte ich die Zecke von meiner Hand. Noch im gleichen Moment wurde mir mein Fehler klar. Die Zecke ist immer noch hier in meiner Wohnung. Ich habe versucht die Zecke zu finden, keine Chance. Und ich habe wirklich sehr gründlich gesucht.

Den Tag über habe ich am Schreibtisch gearbeitet. Als ich fertig war, um ins Bett zu gehen, zog ich mir die Socken aus. Auf einer Socke saß die Zecke. Das Biest hat mich wiedergefunden!

Was ich damit sagen will: Wenn der Hund mit dem Repellent unattraktiv für die Zecke ist, wir die Zecke Sie finden! Wenn Sie sich also entscheiden, ein Zeckenhalsband einzusetzen, schauen Sie sich bitte an, welche Wirkung es auf Zecken hat. Halsbänder aus dem Tierbedarf (ARDAP, adraw) haben oft eine zu schwache Wirkung (meine Meinung), vor allem was das Abtöten von Zecken angeht. Ich empfehle deshalb das Halsband von Seresto.

Spot on gegen Zecken

Eine weitere Möglichkeit des äußeren Schutzes gegen Zecken ist der Spot on. Spot on sind Pipetten mit dem Wirkstoff, die auf die Haut des Hundes aufgetragen werden. Entweder in der Nähe der vier Pfoten oder entlang des Rückens des Hundes. Im Gegensatz zum Zeckenhalsband, dass etwa 7-8 Monate wirkt, halten die Spot Ons oft nur einen Monat. In der Packung sind oft drei Pipetten. 

Die Wirkungsweise ähnelt aber sehr den Halsbändern. Vor allem wird auf die Wirkung als Repellent gesetzt. Deshalb ist es um so wichtiger, dass der Wirkstoff nicht nur die Zecken abschreckt, sondern auch tötet, damit sie uns Menschen nicht befallen. 

Nachdem ein Spot on aufgetragen wurde, sollte der Hund ca. 2 Tage nicht gebadet werden. Ich bin jedoch der Meinung, dass das Mittel mit Hundeshampoo ausgewaschen werden kann und die Wirkung schneller verliert.

Auch hier empfehle ich keine günstigen Produkte, wie z.B. Frontline. Hier sollte ein gutes Mittel eingesetzt werden. Bei vielen Hundehaltern hat sich deshalb Vectra 3D durchgesetzt. 

Tabletten gegen Zecken

Eine weitere Möglichkeit gegen Zecken vorzugehen, sind Tabletten. Der Hund muss die Tabletten fressen, damit sie wirken können. Die Wirkung der Tabletten ist folgende: Nachdem der Hund die Tabletten gefressen hat, gelangt das Mittel in den Blutkreislauf des Hundes. Wenn eine Zecke den Hund nun sticht, nimmt die Zecke das Mittel auf. Und noch bevor die Zecke eine Infektion übertragen kann, stirbt sie an dem Mittel – soweit die offizielle Wirkungsweise.

Die bekannten Mittel sind wohl Simparica und Bravecto. Ich selbst habe Simparica ausprobiert und war damit voll zufrieden.

Im Gegensatz zu der oben beschriebenen versprochenen Wirkungsweise berichten viele Anwender aber darüber, dass es auch noch als Repellent wirkt. In der Packung sind 3 Tabletten, die ca. einen Monat wirken. 

Das größte Problem beider Mittel ist, dass die Zecke nur dann stirbt, wenn sie zusticht. Im Gegensatz zu anderen Mitteln, gibt es die Tabletten nur beim Tierarzt.

Den Hund auf Zecken untersuchen

Egal ob man jetzt ein Zeckenhalsband einsetzt oder nicht, man sollte den Hund nach einem Spaziergang im Wald oder auf der Wiese nach Zecken absuchen und die Zecken, die noch nicht zugestochen haben, sofort entfernen. Doch wie macht man das am besten?

Es gibt einige Leute, die es schaffen, die Zecken mit den Fingern aus dem Fell zu ziehen. Ich selbst schaffe es nicht, die Zecke bleibt bei mir trotzdem irgendwo hängen. Ein Flohkamm in weiß hilft da aber sehr. Mit einem Flohkamm kann man den Hund schnell durchkämmen – ich habe zwei große weiße Schäferhunde und bei denen dauert die Prozedur 1-2 Minuten – und so die meisten Zecken entfernen. Die weiße Farbe des Kammes hilft dabei sehr, die Zecken direkt zu sehen.

Man kämmt also die Zecken einfach aus dem Fell heraus. 

Zecken entfernen

Zecken entfernen, Zeckenkarte, Zeckenhacken

Trotz Zeckenhalsband oder anderen Mitteln kann es passieren, dass die Zecke dennoch zubeißt. Hat die Zecke zugebissen, muss sie schnellstmöglich entfernt werden. Es gibt drei Werkzeuge, die ich jedem empfehlen kann.

Die Zeckenkarte ist wohl das beste Tool für Anfänger. Mit der Karte gleitet man einfach zwischen Hund und Beißapparat der Zecke hindurch und zieht die Zecke einfach heraus. Zeckenkarten haben oft zwei Schlitze. Ein Schlitz ist für erwachsene und vollgesogene Zecken und der andere für kleine Nymphen. So kann jede Zecke entfernt werden.

Bei einem Zeckenhacken ist das Prinzip genauso. Der Hacken gleitet zwischen Zecke und Hund und dann kann die Zecke rausgezogen werden. 

Eine Pinzette empfehle ich hingegen nicht. Denn oft sind die Pinzetten nicht fein genug um die Zecke zu fassen.

Wichtig ist, dass man die Zecke möglichst wenig stresst, damit sie keine Infektionen überträgt. Deshalb ist es auch nicht ratsam, irgendwelche Chemikalien, Alkohole oder Öle anzuwenden, die die Zecke dazu bringen sollen, loszulassen. Ja, die Zecke sitzt relativ fest, dennoch sollte man diese rausziehen – auch mit etwas Kraft. 

Danach sollte die betroffene Stelle desinfiziert werden. Dazu empfehle ich das Desinfektionsmittel Octenisept. So geht man sicher, dass die Wunde nicht infiziert wird.

Zeckenhalsband, Spot-on und Tabletten kombinieren?

2020 war eine sehr schlimme Zecken-Saison. Bereits ab Februar hatte ich die ersten Zecken auf dem Hund. Und die Zecken ließen sich nur durch das Seresto-Halsband leider auch nicht ganz abhalten. Deshalb habe ich zusätzlich zu dem Seresto-Halsband Heli auch noch die Seresto-Tablette gegeben. Denn für mich war der Schutz enorm wichtig.

Ja, ich weiß, es ist eine doppelte Chemie-Keule, der ich meinen Hund ausgesetzt habe. Und wäre es ein kleiner Hund, hätte ich es auch nicht gemacht. Und wahrscheinlich hätte da auch das Halsband alleine gewirkt. Ich finde, dass man einem gesunden und großen (> 15kg) Hund durchaus diese doppelte Dosis zumindest testweise geben kann.  Ich habe mir beim Tierarzt drei Tabletten gekauft, die erste gab ich ihr im Mai, die zweite im Juni. Die Dritte habe ich für das neue Jahr aufgehoben. Bis zum Herbst und Winter haben die beiden Tabletten gereicht um tatsächlich ohne eine einzige festgesogene Zecke zu überstehen. 

Da es die Tabletten sowieso nur beim Tierarzt gibt, kann dieser euch dazu sehr gut beraten und euch über pro und contra beider Mittel aufklären. Bitte vergesst nicht: Zwar gibt es offiziell keine Wirkung der Tabletten als Repellent, dennoch sind die Zecken in der Regel nicht davon angetan, den Hund zu stechen, der Simparica oder Bravecto im Blut haben. Deshalb ist es um so wichtiger ein Mittel aufzutragen, was die Zecken tötet. Sonst hat man die Zecken ruck zuck an sich saugen!

Und wie schützt der Mensch sich gegen Zecken?

Ich glaube, wir sind uns darüber einig, dass ein Zeckenhalsband an einem Menschen zumindest komisch aussieht. Ich empfehle deshalb zwei Mittel gegen Zecken beim Menschen.

Wenn man mit langer Hose in die Natur geht, dann empfehle ich das Mittel NOBITE. NOBITE ist ein Textilspray. Dieses Spray wird vorher auf die Kleidung aufgetragen und wirkt dort für 2 bis 4 Wochen als Repellent.  Ein sehr großer Vorteil ist, dass es nicht mit der Haut in Kontakt kommt. 

Für den Sommer mit kurzer Hose empfehle ich Autan. Es wirkt ebenfalls als Repellent gegen Zecken.

Wann sollte man lieber auf ein Zeckenhalsband verzichten?

Nun obwohl manche Hersteller behaupten, dass deren Mittel für den Menschen ungefährlich sind, empfehlen diese gleichzeitig die Hände zu waschen, nachdem man Kontakt zum Hund hatte – wenn er das Zeckenhalsband trägt. Auch sollte der Hund nicht im Bett des Menschen schlafen. Auch sollte man den Hund dann nicht umarmen. So steht es zumindest auf dem Beipackzettel.

Ich würde euch an der Stelle bitten, euch ganz genau zu informieren und evtl. mit dem Hausarzt zu sprechen. Ich schreibe deshalb hier meine persönliche Meinung als gesunde erwachsene Person.

Bei mir tragen beide Hunde das Halsband, 24 Stunden am Tag. Ich bin mit den Hunden wirklich sehr nahe. Die Hunde schmusen mit mir, lecken mir durchs Gesicht, ich umarme die Hunde. Und danach wasche ich mir nicht gleich die Hände – auch dann nicht, wenn ich etwas esse. Das ist zumindest meine Einstellung und mein Weg.

Hätte ich jetzt aber Kinder im Alter von unter 5 Jahren, die gerne mit den Hunden spielen, dann würde ich tatsächlich auf das Zeckenhalsband verzichten.

Wann sollte man lieber auf ein Zeckenhalsband verzichten?

Nun obwohl manche Hersteller behaupten, dass deren Mittel für den Menschen ungefährlich sind, empfehlen diese gleichzeitig die Hände zu waschen, nachdem man Kontakt zum Hund hatte – wenn er das Zeckenhalsband trägt. Auch sollte der Hund nicht im Bett des Menschen schlafen. Auch sollte man den Hund dann nicht umarmen. So steht es zumindest auf dem Beipackzettel.

Ich würde euch an der Stelle bitten, euch ganz genau zu informieren und evtl. mit dem Hausarzt zu sprechen. Ich schreibe deshalb hier meine persönliche Meinung als gesunde erwachsene Person.

Bei mir tragen beide Hunde das Halsband, 24 Stunden am Tag. Ich bin mit den Hunden wirklich sehr nahe. Die Hunde schmusen mit mir, lecken mir durchs Gesicht, ich umarme die Hunde. Und danach wasche ich mir nicht gleich die Hände – auch dann nicht, wenn ich etwas esse. Das ist zumindest meine Einstellung und mein Weg.

Hätte ich jetzt aber Kinder im Alter von unter 5 Jahren, die gerne mit den Hunden spielen, dann würde ich tatsächlich auf das Zeckenhalsband verzichten.

Wenn man andere Tiere im Haushalt hat, kann das Halsband für die Tiere ebenfalls giftig sein, deshalb macht es Sinn sich zu informieren, ob es zutrifft. Außerdem können Allergien auf das Halsband und die darin enthaltenen Stoffe entstehen. Sowohl beim Hund als auch beim Menschen. Auch da sollte man lieber auf den Einsatz des Halsbandes verzichten. 

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