Der Darknet Marktplatz Darkmarket wurde geschlossen

Der wohl weltweit größte illegale Marktplatz im Darknet namens Darkmarket wurde am Montag, 11.01.2021 geschlossen, die Server seien abgeschaltet worden – teilte die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz am 12. Januar mit. Die Ermittler der Landeskriminalämter Niedersachsen sowie Rheinland-Pfalz, das das US-Amerikanische FBI sowie mehrere Polizeistellen in Australien, Dänemark, Schweiz, Ukraine und Moldawien seien beteiligt gewesen. Die Polizei hat einen 34 Jahre alten Australier, der mutmaßlicher Betreiber der Plattform war, in der Nähe der deutsch-dänischen Grenze festgenommen. Der Ermittlungsrichter ordnete Untersuchungshaft an.

Der Darkmarket war bis zum Zeitpunkt der Schließung mit seinen fast 500.000 Nutzern und mehr als 2.400 Verkäufern der wohl weltweit größte Darknet-Marktplatz

Generalstaatsanwaltschaft Koblenz

Wichtige Informationen zum Täter haben die Ermittler wohl aus Ermittlungen erhalten, die bei der Schließung des rheinland-pfälzischen Cyberbunkers in Traben-Trarbach festgestellt wurden. In einem alten Militärbunker betrieb unter den Namen “Cyberbunker” ein Niederländer mit einer kleinen Mannschaft ein Rechenzentrum. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Kunden dort gemietete Server für vor allem für Straftaten verwendet haben. Der Betreiber wurde deshalb festgenommen und bereits angeklagt. In der Anklage wird Beihilfe zu mehr als 249.000 Straftagen vorgeworfen.

Ein Urteil wäre bahnbrechend, denn bisher können Hoster sich auf das sogenannte Providerprivileg berufen.

Darkmarket bestand aus über 20 Server, die in der Ukraine und Moldavien untergebracht waren. Die Ermittlungsbehörden haben die Server beschlagnahmt. Die Ermittler erhoffen sich, die Daten der Käufer und Verkäufer zu ermitteln.

Die Ermittler sagten, dass Kunden auf dem Marktplatz über 320.000 abgewickelt haben. Umgesetzt wurden dabei 4.650 Bitcoin und 12.800 Monero. Dies sind heute rund 140 Millionen Euro. Verkäufer haben vor allem mit Drogen gehandelt aber auch Falschgeld, Kreditkartendaten, anonyme SIM-Karten und Schadware sei angeboten worden.

Womit müssen die Kunden von Darkmarket nun rechnen?

Es kommt vor allem darauf an, wie die Kunden sich geschützt haben. Was viele Kunden vergessen ist, dass Bitcoin nicht anonym ist. Der Kauf und Verkauf der digitalen Währung ist durchaus nachvollziehbar. Sollten die Bitcoins nicht gemined worden sein, ist durchaus damit zu rechnen, dass die Ermittlungsbehörden dem Käufer auf die Schliche kommen können.

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